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#1 Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von JochenSimon 01.01.2021 19:57

Hallo und frohes Neues Jahr,
ich beschäftige mich momentan mit dem Thema Begrasung. Hier und im Netz sind ja schon etliche Berichte über den Eigenbau eines Begrasungsgeraets aus einer elektrischen Fliegenklatsche gepostet. Das habe ich auch schon gemacht, die Resultate überzeugen mich allerdings nicht. Bei der Suche und im Netz fand ich auch ein paar Eigenbauten mit dem Kaskadenprinzip. Allerdings sind diese auch nicht wirklich leistungsstark, zudem kommt ne Menge loeterei
Die momentan angebotenen, fertigen, die auch ausgiebig im Netz getestet wurden, sind allerdings je nach Leistung recht teuer (z.B. RTS mit 55 kv über 250€).
Ich suche also was zum selber bauen mit genügend Leistung (kann auch durchaus mit Netzteil sein), bei dem ich nicht zu viel löten muss und was preislich nicht mehr als die Hälfte eines vergleichbaren fertigen kostet. Also die eierlegende Wollmilchsau.
Leider finde ich im Netz keine Bauanleitungen für Teile zwischen 20KV und 50KV.

Nach langem Stoebern bin ich auf verschiedene Hochspannungsmodule als Herz eines möglichen Begrasers bei highvoltageshop . com gestoßen.

20KV für 30€ mit 9V Batterie

40KV für 50€

50KV für 100€, deshalb im Vergleich teuer weil die Möglichkeit der externen Einstellung vorbereitet

Gibt es vielleicht jemanden, der Erfahrung mit grossen Eigenbauten oder sogar genau mit diesen Teilen?

Jochen

#2 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von Axel-T 07.01.2021 22:21

Hallo Jochen
Wenn Du nicht wirklich ein gutes bis sehr gutes Verständnis über den Bau von Elektronischen Geräten verfügst, würde ich die Finger vom Selbstbau von Begrasern lassen.
Die Dinger sind - technisch gesehen recht einfach aufgebaut. Einen Haufen grosser Kondensatoren richtig verschaltet. Aber wenn Du es falsch machst, nicht ungefährlich.
kV steht für Kilovolt... als 50000 Volt... OK - tötlich wirkt das erst mit einer gewissen Stromstärke (Ampere), aber auch so ist ein Schlag mit 50kV nicht wirklich Lustig (selbt erlebt durch einen Fehler).

Ich habe einen "Semiprofessionellen Begraser" in der 50kV Klasse und das ist kein Spielzeug. Die 250€ bei RTS oder anderen Herstellern liefern Dir wenigstens ein Gerät, was sicher aufgebaut ist.
Eine Woche Herzrythmussörungen sind jedenfalls deutlich schlimmer als 250€...

Das Ergebnis der Begrasung wird deshalb nicht besser, weil Du mehr kV verwendest... Ich habe auch schon Module mit der Fliegenklatsche begrast gesehen, die top aussahen... .
Man muss halt damit umgehen können.

LG,
Axel

#3 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von Bobbel 27.01.2021 19:41

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Genau, hier muß ich Axel recht geben...!

"Was nützt ein BECHSTEIN FLÜGEL, wenn man nur HÄNSCHEN KLEIN darauf spielen kann...!"

Auch im Umgang mit elektrostatischen Beflockungsgeräten gehören ein gewisses Know How,
Equipment und eine gewisse Fingerfertigkeit mit dazu...!

Meine Modellbahnanlagen beflocke ich seit Jahren mit jeweils einem GRASMASTER V1.0 und V2.0
von NOCH.

Übrigens...
... allzuoft wird vergessen, daß nicht nur die Leistung in KiloVolt des Beflockungsgeräte entscheidend
ist, sondern auch die Größe des elektrischen Feldes welches das Beflockungsgerät erzeugen kann...!!

Grüßle aus HONAU.
Klaus

#4 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von J O 27.01.2021 21:40

Hallo Jochen !

Wenn Du schon wie Du selber schreibst , warum auch immer nicht groß Löten möchtest , würde ich an Deiner Stelle von einem Selbstbau eines solchen Gerätes wohl Besser die Finger lassen . Selbstüberschätzung kann gerade bei solchen elektrischen Geräten Fatal Enden . Kauf Dir den den von Noch und lerne Lieber erst einmal damit um zu gehen bevor Du Großspurig irgendwelche Selbstbauten angehen möchtest . Entschuldige meine Offenheit , aber das ist so .

Gruß Jörg

#5 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von dolfan96 27.01.2021 22:39

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moin Jochen,
auch ich habe so einen Begraser selber gebaut und kann sagen, ich war sehr unzufrieden damit.
Ich habe den Noch Grasmaster 2.0. Hier hat es auch seine Zeit gedauert, bis ich mit dem Gerät vernünftig arbeiten konnte. Jetzt bin ich damit aber super zufrieden.
Übrigens kommt es meiner Meinung auch massiv auf den Kleber darauf an.
Ich habe es mit normalem Leim versucht und arbeite aktuell mit dem Graskleber von Noch. Ein großer Unterschied. Der Noch Graskleber ist um Welten besser ( meine persönliche Meinung ).

#6 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von tom_holzwurm 27.01.2021 23:35

Selbst als Fachmann würde ich von so einer Bastelei die Finger lassen, wenn du so ein Teil ordentlich bauen willst, ist das ein ziemlicher Aufwand und auch nicht wesentlich billiger als ein gekauftes Gerät. Und die genannten HV-Generatoren kenne ich auch, das sind Teile, wie sie früher in Röhrenfernsehern eingesetzt wurden, da ist viel zu viel Dampf dahinter.
Auch schon genannt, die richtige Ausbildung der el. Feldes hängt bei weitem nicht nur von der Spannung ab, du musst ja u.a. auch die Behälter designen. Daher mein Rat, vergiss den Selbstbau.
Für mich persönlich kommt im Übrigen nur noch ein mobiles Gerät (wie z.B. Greenkeeper oder die Teile von WWS ) in Frage, die Fummelei mit den Hochspannungskabeln und 230V Anschluss ist total nervig. Hatte ich schon mal !
Der Matthias Slovig ( Frankonia & Western ) hat einige sehr erhellende Testvideos zu Begrasern gedreht, die würde ich mir mal anschauen,
Gruß Thomas

#7 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von Bobbel 28.01.2021 08:36

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Zitat von dolfan96 im Beitrag #5

... ... ...
Ich habe den Noch Grasmaster 2.0. Hier hat es auch seine Zeit gedauert,
bis ich mit dem Gerät vernünftig arbeiten konnte.
Jetzt bin ich damit aber super zufrieden.
( meine persönliche Meinung )
... ... ...

Im Übrigen kann ich die Aussagen von Carsten nur bestätigen:

Ohne gewisse Fingerfertigkeiten und ohne Erfahrungen kann man nicht
befriedigend begrasen. Übung ist und gewisse Kenntnisse der Hintergünde
sind der Schlüssel für erfolgreiches Beflocken / Begrasen.
Fehlen diese Erfahrungen, Fingerfertigkeiten und Kenntnisse wird das Be-
grasen selbst mit dem leistungsstärksten Gerät nicht viel.

Zitat von dolfan96 im Beitrag #5

Übrigens kommt es meiner Meinung auch massiv auf den Kleber darauf an.
Ich habe es mit normalem Leim versucht und arbeite aktuell mit dem Gras-
kleber von Noch. Ein großer Unterschied.
Der Noch Graskleber ist um Welten besser ( meine persönliche Meinung ).


Für meine Modellbahnanlagen und Dioramen verwende ich ebenfalls in den
allermeisten Fällen den Beflockungskleber von NOCH.

Der Kleber hat eine relativ lange offene Zeit, eine hohe Haftkraft, die ideale
Konsistenz, trocknet transparent und matt ab und er bleibt dauerelastisch.

Das sind für mich als Anwender fünf überzeugende Argumente welche für
den NOCH Kleber sprechen.
Hinzu kommt die sparsame Verwendung. Für rund zwei Quadratmeter zu
beflockender Fläche - auch mit mehrmaligem Auftrag - reicht mir locker
ein Gebinde Graskleber XL (750 ml).

Für feine zu beflockende oder überflockende Flächen verwende ich auch
Sprühkleber (MagiSpray, NOCH Sprühkleber usw.)
Den Spühkleber trage ich mit selbstgebauten Masken auf und begrase
anschließend diese Stellen mit dem Grasmaster.

WAS MAN NICHT VERGESSEN SOLLTE...:
Die Feuchtigkeit (sog. Restfeuchte) der Flockfasern ist genauso wichtig.
Deshalb feuchte ich meine Fasern einen Tag vor der Beflockung vorsichtig
mit demin. Wasser. Wichtig: Feuchten NICHT nässen...!

Ich habe etwas weit ausgeholt. Nicht ohne Grund, denn alle geannten
Dinge gehören zusammen.

Viel Erfolg...

Grüßle aus HONAU.
Klaus

#8 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von MiRa 01.03.2021 10:29

hallo, kann das elektrostatische Begrasen meiner Anlagen Elektrik schaden? Immerhin jage ich ja eine Spannung von 30-50kv über die Anlage.
Danke für Eure Antworten.

#9 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von Dominik B 01.03.2021 10:46

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Hallo,

ja kann es wenn du zum Beispiel über die Gleise die Spannung in die Elektronik jagst. Daher würde ich die Gleise mit Brückenkabel kurzschließen und auch mit etwas Abdecken, irgendwelche Holzleisten oder andere Materialien um zusätzlich zu isolieren. Einfacher ist es beim Module begrasen wenn die Elektronik noch nicht eingebaut ist oder einfach ausgebaut werden kann.

Gruß

Dominik

#10 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von MiRa 01.03.2021 11:34

danke

#11 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von DL7BJ 01.03.2021 17:36

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Moin,

da oftmals Modellbahnelektronik als offene Leiterplatten angeboten wird, kann es schon genügen, nur in die Nähe oder in die Nähe der Leitungen zu kommen, ein direkter elektrischer Kontakt ist nicht zwingend erforderlich. ESD Schutz aus TVS, Kerko und evtl. noch einer Spule ist eher selten zu sehen.

Ein Halbleiter kann schon durch das bloße Berühren geschädigt werden, wenn man statisch aufgeladen ist und auch durch Felder in der Umgebung. Dabei muss der nicht mal sofort defekt sein, eine Beschädigung der Strukturen führt später im Betrieb zum Ausfall. Nicht ohne Grund sollte bei der Verarbeitung ein ESD Arbeitsplatz vorhanden sein. In der Produktion dürfen in ESD Zonen 10kV/m nicht überschritten werden.

Mag sich übertrieben anhören, aber niemand möchte, dass ein Beatmungsgerät aussteigt, weil ein FET im Controllereingang einen "Schlag" bekommen hat, der erst nach einer gewissen Betriebsdauer zu einer Fehlfunktion führt. Daher will man diese Effekte in der Produktion verhindern. In den Geräten ist in den Eingängen immer ein ESD Schutz. Mit dem Begrasungsgerät macht man nun genau das Gegenteil, man bringt elektrostatische Felder in die Nähe der vielleicht empfindlichen Teile.

Nun kann bei der Modellbahn nicht soviel passieren, wie in systemkritischen Bereichen, kostet halt nur Geld. Wenn möglich und man wirklich in die Nähe kommt, Leiterplatten usw. einfach eben rausnehmen oder mit Weißblech abschirmen und erden. Das schützt aber nicht davor, wenn sich eine längere Leitung auflädt.

Ein Beispiel aus dem anderen Hobby, bei drohendem Gewitter klemmen wir die großen Antennen sicherheitshalber immer ab und erden die Leitung. So ein Dipol, ein horizontaler Draht von größerer Länge, lädt sich schon durch die Ladung in der Luft auf und wenn man den nicht geerdeten Antennenstecker auf der anderen Seite in die Hand nimmt, kann man im Dunkeln sogar die Funken fliegen sehen ohne einen Blitzeinschlag in den Draht. Wenn das passiert, hat man meist keinen Antennenstecker mehr ;-)

Besonders empfindliche Halbleiter sind so ziemlich alle modernen Mikrocontroller, CPUs, Feldeffektransistoren (MOSFET), Schottky- und Leuchtdioden.
Gruß
Tom

#12 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von sommer-d. 02.03.2021 08:25

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Ich begrüne seit Jahren mit einer Lenorflache. Das geht super, ist billig und weist passable Ergebnisse auf. Meinen zuvor genutzten Begrüner von Noch habe ich bei eBay verkauft.
Wer Näheres über die Technik mit der Lenorflasche wissen will melde sich bei mir.
Gruß Dieter

#13 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von Fuelli 02.03.2021 08:34

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Hallo Dieter,

könntest Du vielleicht mal Bilder von der Ergebnissen schicken und miteilen mit welchen Faserlängen Du im einzelnen gearbeitet hast?

#14 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von V-36 02.03.2021 21:29

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Hallo Dieter

Wie Fuelli schon geschrieben hat zeige mal bilder.

MFG Rigo

#15 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von sommer-d. 03.03.2021 01:35

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Ich kann mal Fotos machen, aber die Technik ist nicht neu
Gruß Dieter

#16 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von Bobbel 29.03.2021 05:15

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Hallo zusammen...

... also ich habe bisher beim Bau meiner Anlagen mit dem elektrostatischen Beflockungsgerät
noch keine Elektronik zerschossen.
Sehr oft verwende ich sogar das Gleis - daran angeschlossen Einbaudekoder, Rückmeldede-
koder, Magnetspulenantriebe usw. - als Gegenpol.

Eine Anmerkung zur Weichspülerflasche:
Für bestimmte und schwer zugängliche Stellen der Anlage verwende ich seit vielen Jahren
die Spritzflaschen von NOCH (08100) mit gutem Erfolg.

Jedoch halte ich IMHO die Spritzflasche zum Begrasen größerer Flächen für ungeeignet.
Ungeeignet deshalb, weil sich mit der Spritzflasche praktisch kein gleichmäßiger dichter und
aufrecht stehender Grasflor / Faserflor erzeugen läßt.

Aber das sollte ein Jeder für sich selbst entscheiden.

Grüßle aus HONAU.
Klaus

#17 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von pfann 29.03.2021 07:06

Morgen zusammen,

hat jemand von euch schon mal Erfahrung mit den Nachbauen des Grasmasters für 20-30 Euro gesammelt? Gibt's zu Hauf z. B. auf Amazon.

#18 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von Lokführer01 29.03.2021 16:16

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Lese erst mal Alles vom 1. Beitrag an, dann kannst du dir die Antwort sicher selbst geben.
Hände weg von solchen Zeug!

#19 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von pfann 29.03.2021 21:58

Stimmt, habs irgendwie ausgeblendet.

Muss doch aber eine Alternative zwischen den 30 Euro Billigteilen und den super Teurem Noch Grasmaster geben :(

Für meine doch relativ kleine Fläche wäre dies wohl übertrieben

#20 RE: Eigenbau Elektrostaten Begrasungsgeraet von pfann 29.03.2021 22:10

Nachtrag:

Habe gerade gesehen, dass der noch gras master 3.0 bei Amazon nur 80 Euro neu kostet.
Hatte irgendwie weit über 100 Euro im Kopf.

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