#1 Stromführende Magnetkupplungen im Selbstbau von ke60 26.09.2019 09:34

Hallo zusammen,

ich lese nun schon ein paar Jahre hier im Forum mit und habe so den einen oder anderen nützlichen Gedanken oder Hinweis mitbekommen.
Mich selbst mit Beiträgen zu beteiligen habe ich, bis auf wenige Ausnahmen, vermieden, da keine Zeit war oder andere mein Problem zeitgleich gelöst haben.
Ich dachte, dass es jetzt an der Zeit ist etwas zurückzugeben.

Über "Kupplungen" aller Art kann man in diversen Internetforen genügend Themen finden.
Ich möchte hier auch keine Diskussion entfachen, welche Kupplung besser oder schlechter ist, sondern nur meine selbstgebaute stromführenden Magnetkupplung hier kurz vorstellen.
Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen.
Ich hoffe dass mein Beitrag in dieser Rubrik richtig ist.

Wie ICH es sehe:

Vorteile:
• Preisvorteil gegenüber käuflichen Magnet-Kupplungen
• Geringer Übergangswiderstand 0,5 - 1,8 Ohm
• Der Kupplungsabstand kann individuell an die Modelle angepasst werden z.B. für Lok-Dummy ohne KKK zur Vermeidung von Überpufferung
• Leichtes Trennen der Modelle mit der Hand
• Relativ hohe Zuglast möglich - Getestet habe ich 7x ROCO-Personenwagen auf ebener Strecke mit R3-Geoline
• Nette Bastelei :-)

Nachteile:
• Bei schwerer Anhängelast kann ruckartiges Losfahren zur Trennung der Kupplung am ersten Wagen hinter der Lok führen
• Beeinflusst Reedkontakte
• Arbeitsaufwand je nach Geschicklichkeit 10-15 Minuten für ein Paar



Achtung: Wer Reedkontakte zur Steuerung seiner Anlage einsetzt, sollte wissen, dass diese Kupplung die Kontakte vermutlich beeinflusst!


Ich habe zwar noch keine Anlage, sie soll aber in den nächsten Jahren kommen. Da ich aber bis dahin gerne meine teilweisen alten Schätzchen (Glaskasten, VT98 etc.) , die ich digitalisiert habe, auch im Kriechgang über die Gleise und Weichen meiner kleinen Teststrecke fahren will, lag es nahe, mir für kritische Modelle etwas einfallen zu lassen, um Stromunterbrechungen auch bei verschmutzten Gleisen aus dem Weg zu gehen.

Inspiriert von den Magnetkupplungen der Firmen REE Modèles, Peho oder Almrose, die ich nur von Bildern kenne, habe ich mir etwas Eigenes gebaut.
Die hier vorgestellte Kupplung ist meine Lösung - es gibt sicher noch andere oder auch bessere Lösungen!

Da ich die normalen Bügelkupplungen an den Modellen gegen Universal- oder Kurzkupplung der Fa. Roco tausche, hatte ich viele Bügelkupplungen übrig.


Hier nun die Beschreibung wie ich die Kupplungen zusammenbaue:

Zuerst ein Bild der fertigen Kupplung (unten)


Oben zum Vergleich eine feste Verbindung zwischen den Wagen

Benötigtes Material für ein Paar:
• 2 x Bügelkupplungen (ROCO - andere gehen auch)
• 8 x Neodym Magnete (100N50 2x2mm Ebay - China)
• 10 cm Schrumpfschlauch, (Ebay- China, Durchmesser 2 mm, mit Kleber versehen)
• 5 cm Schrumpfschlauch, (Ebay- China, Durchmesser 8 mm, eventuell mit Kleber)
• 20 -30 cm (oder mehr) Decoderlitze (am besten schwarz) zum Anschluss im Wagen oder in der Lok
• 2 cm Kunststoffstreifen ca 2,5 x 1,5mm - es gehen auch Pappstreifen

Baukosten pro Kupplungspaar ca. 1€
Arbeitsaufwand ca. 5-10 Minuten

Benötigtes Werkzeug:
• Skalpell
• Lötkolben
• Pinzette
• Seitenschneider oder Schere
• eventuell Feile
• eventuell kleine (magnetische) Blechplatte (erleichtert die Montage) - eine 5 Cent Münze tut es auch.

- Zuerst werden die Kupplungen vom Bügel befreit.
- Danach werden die Kupplungen wie im Bild gezeigt gekürzt**.



**Als normalen Abstand zwischen 2 Wagen habe ich den Abstand gewählt, den das Kuppeln mit einer ROCO-KK ergibt. Sollte ein größerer Abstand benötigt werden (z.B. für Lok- Dummy ohne KKK siehe ROCO 62444) wird einfach weniger gekürzt oder ein zusätzlicher Magnet verwendet!


- Es werden 8 x ca. 7mm lange Stücke vom Schrumpfschlauch (d 2mm ) abgelängt.
- Ablängen des 8mm Schrumpfschlauchs 2 x ca 5mm
- Ablängen der Decoderlitze 4 x 5cm (bei Bedarf länger)
- Je 2 Magnete werden auf die Blechplatte gesetzt - auf gleiche Polung der Magneten beachten!



- Länge der 2mm Schrumpfschlauchstücke an die Kupplung anpassen
- Decoderlitzen auf einer Seite abisolieren (ca. 4mm - siehe Bild oben )






- Kupplung, Litze und Magneten wie in Bild gezeigt zusammenhalten und mit Lötkolbenspitze kurz erwärmen.
(Achtung - bei zu großer Hitze verlieren Neodym Magneten ihre magnetische Kraft)
- Ist die erste Seite geschafft, die 2. Seite der Kupplung auf die gleiche Weise mit dem Magneten und er Litze versehen.
Jetzt nochmals den Schrumpfschlauch auf beiden Seiten mit dem Lötkolben vorsichtig erhitzen, damit der Kleber sich richtig mit allen Teilen verbinden kann. Zwischendurch alles wieder abkühlen lassen.
- Testen ob die Magneten richtig sitzen und sich nicht mehr aus dem Schrumpfschlauch lösen, wenn die Kupplung von der Blechplatte gezogen wird.
- Test der elektrischen Verbindung zischen Magnet und Leitung - Der Durchgangswiderstand sollte max. 1-2 Ohm betragen
- Jetzt nochmals 2 richtig abgelängte Stücke des 2mm Schrumpfschlauchs über die Magneten und die Kupplung schieben und mit dem Lötkolben "schrumpfen"
- Im Spalt zwischen den Polen ein Stück abgelängten Kunststoff oder ein Stück Pappstreifen als Abstandshalter legen
- Danach ein ca. 6,5mm langes Stück vom 8mm-Schrumpfschlauch über beide Pole schieben und mit dem Lötkolben Schrumpfen.

Die andere Seite der Kupplung wird auf ähnliche Weise aufgebaut. Damit man bei der Polung der Magneten keinen Fehler macht, hat es sich bewährt, je 2 Magneten auf die Pole der bereits fertigen Kupplung zu setzen um den Schrumpfschlauch und die Litze anzubringen.

Hier noch 2 Bilder zum Verdeutlichen des Pufferabstands mit Magnetkupplungen und mit ROCO-Universalkupplung.



https://www.flickr.com/photos/95887262@N...eposted-public/



Ich hoffe meine Beschreibung ist verständlich und der eine oder andere kann mit dem Nachbau etwas anfangen.

BG

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#2 RE: Stromführende Magnetkupplungen im Selbstbau von Adrian 26.09.2019 10:51

Hallo!
Wenn ich Deine gute und ausführliche Beschreibung sowie Bebilderung richtig verstehe, ist das keine digitale Kupplung sondern eine magnetisch - mechanische
Kupplung. Wie wird entkuppelt?
MfG

#3 RE: Stromführende Magnetkupplungen im Selbstbau von ke60 26.09.2019 11:06

Hallo Adrian,
es handelt sich um eine, wie Du richtig verstehst, mechanische Verbindung mittels Magnetkraft. Einsetzen werde ich sie für Ganzzüge, deren Wagen nicht im Betrieb getrennt werden.
Das Trennen der Wagen geht also nur von Hand.
Mir kam es aber vor allem auf die elektrische Verbindung von einem zum anderen Wagen an, um z.B. bei 2-achsigen Modellen (s. Bilder Donnerbüchsen) eine sichere Stromübertragung zu erreichen. Auch war mir wichtig, dass sich die Wagen, trotz sicherer Verbindung, mit der Hand wieder leicht trennen lassen - ohne die Kupplungsaufnahmen oder die Kulissen zu beschädigen.

Hier eine Video, das mich zu meinem Selbstbau angeregt hat:
https://www.youtube.com/watch?v=uryeBsMDWJk

BG
Arnold

#4 RE: Stromführende Magnetkupplungen im Selbstbau von Adrian 26.09.2019 12:48

Hallo!
Arnold
Da wäre ja die digitale Kupplung an der Piko V60 DB das geeignete Fahrzeug.
An dieser Lok ist eine elektromagnetische [induktive] digitale Kupplung auf Basis der Bügelkupplung dran.
(trotzdem ist Normschacht und Kinematik verbaut).
MfG

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