#1 Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Thomas M 24.06.2016 09:35

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Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zu den Beschriftungen an Signalmasten oder auch Bahnhöfen und Stellwerken. Dort sind doch immer weiße Rechtecke mit Buchstaben darauf. Wie z.B. F oder Fn bzw. am Bahnhof Niedernhausen steht Niedernhausen (Fn) hier im Frankfurter Raum. Ich habe schon im Signalbuch und im Internet gesucht was diese Buchstaben bedeuten. Leider konnte ich keine befriedigende Antwort finden. Das F hier bei uns hat wohl einen Bezug zu Frankfurt. Kann mir jemand erleutern, was es mit dieser Beschriftung auf sich hat? Wie sie sich zusammensetzt?

#2 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Thomas M 24.06.2016 13:18

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Hat sich erledigt:
http://www.bahnseite.de/DS100/DS100_main.html

#3 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von br218 24.06.2016 15:41

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Zitat von Thomas M im Beitrag #1
ich habe eine Frage zu den Beschriftungen an Signalmasten oder auch Bahnhöfen und Stellwerken. Dort sind doch immer weiße Rechtecke mit Buchstaben darauf. Wie z.B. F oder Fn bzw. am Bahnhof Niedernhausen steht Niedernhausen (Fn) hier im Frankfurter Raum.


Hallo Thomas,

Zuerst mal zu den Signalmasten. Was ich an Signalmasten an Beschriftungen kenne sind die Schilder mit der Bezeichnung der Signale. Und wie auch noch im folgenden gilt, das eine System zur Bezeichnung gibt es nicht. Diese ist je nach Signaltyp unterschiedlich, Formsignale werden nach einer Systematik bezeichnet, Hp-Signale nach einer anderen, Ks-Signale etwa wieder nach einer anderen. Ob es für Hl und EZMG auch eine eigene gibt kann ich jetzt so auf die schnelle nicht sagen.

Zu den Bahnhöfen: Nun, hier hast du Recht. Es gibt ein System um Betriebsstellen (also nicht nur Personenbahnhöfe, sondern u.a. auch Betriebsbahnhöfe oder Abzweigstellen) zu bezeichnen. Dies ist das von dir gefundene DS100, welches im Grunde ähnliche wie die ICAO-Codes für Flughäfen aufgebaut ist.

Und nun zu den Stellwerken und zu deinem Beispiel Niedernhausen. Zuerst einmal ist das insofern ein schlechtes Beispiel als das hier (den Bildern die ich bei google gefunden habe nach zu urteilen) das örtliche Zentralstellwerk baulich in das Empfangsgebäude integriert ist. Daher hast du wohl aus der Stellwerksbezeichnung als Bezeichnung für den Bahnhof geschlussfolgert. Das Stellwerk scheint mit der Bezeichnung Nf bezeichnet zu sein (und nicht Fn wie du geschrieben hast, lässt sich auf den Bildern aber schlecht erkennen). Diese Bezeichnung Nf bezeichnet das Stellwerk. Nf bedeutet Niedernhausen Fahrdienstleiter (bzw. Fahrdienstleiterstellwerk).


Es gibt in Deutschland mehrere Systematiken nach denen Stellwerke bezeichnet wurden sind. Ganz grob gesehen gibt es zwei überwiegende Systematiken. Gehen wir im folgenden von einem Bahnhof mit zwei Stellwerken an jedem Bahnhofskopf aus.

Das erste mögliche hat die DR verhältnismäßig konsequent angewandt: Alle Stellwerke werden durchnummeriert und um einen vorangestellten Buchstaben für die Funktion ergänzt. Diese Buchstaben wären etwa R für Rangierstellwerk, B für Befehlsstellwerk (das ist das Fahrdienstleiterstellwerk) oder W für Wärterstellwerk. Die Stellwerke könnten dann etwa W1 und B2 heißen.

Dann gibt es das System, dass die Stellwerke zuerst den Anfangsbuchstaben des Ortes als Großbuchstaben (in Niedernhausen also etwa N, in Riestedt etwa R) erhalten und danach folgenden einen kleinen Buchstaben für die Funktion. Am Beispiel Niedernhausen eben Nf und Nw.

Dann kann man letzteres System noch um weitere Bezeichnungen ergänzen, etwa um die Himmelsrichtung innerhalb der Bahnanlage (also Nord, Süd, Ost West) oder ob als Turmstellwerk oder oder oder. Bmf steht dann etwa für Blumberg Mitte Fahrdienstleiter, oder in Bernau gibt (gab) es die Stellwerke Bot, Brn und Bwt.

Und zuletzt gibt es die Stellwerke, die noch irgendwie anders bezeichnet wurden. Eine schöne Liste gibt es bei www.stellwerke.de

#4 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Thomas M 24.06.2016 22:17

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Hallo Martin,

vielen Dank für deine Ergänzungen!

#5 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Dominik B 24.06.2016 23:06

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Hallo Thomas,

Martins Ausführungen sind soweit schon sehr gut. Deine verlinkte RIL 100 ist aber nicht die Systematik nach der Stellwerke bezeichnet werden. Mit dieser Abkürzung arbeitet man bei der Bahn üblicherweise für die bürokratischen Anwendungen. Also SAP, Fahrtenbücher usw. Wie Stellwerke bezeichnet werden hat Martin schon erläutert. Hat aber mit der RIL 100 nichts zu tun.

Die Systematik der Signalbezeichnungen ist eigentlich recht simpel: Ein Bahnhof ist nach dem Schema (kilometeraufsteigend) A, P, N, F bezeichnet. A = Einfahrsignal Richtung B-Dorf, P = Ausfahrsignal Richtung A-Stadt, N = Ausfahrsignal Richtung B-Dorf und F = Einfahrsignal Richtung A-Stadt. Einfahrsignale mehrerer Strecken werden aufsteigend im Alphabet durchnummiert. Führt parallel zur Strecke Richtung B-Dorf noch eine Strecke in den Bahnhof, dann heißt das Einfahrsignal parallel zum Signal A dann B. Und gegenüber auf der anderen Seite wäre es gegenüber dem Signal F und G. Bei den Ausfahrsignalen wird nach Gleisnummern durchnummeriert. Signal am Gleis 1 heißt N1 und/oder P1. Am Gleis 2 N2/P2. Das ist so bei Licht- und Formsignalen. Von Zwischensignalen wollen wir jetzt mal absehen. Auf der Modellbahn eher selten verwendet wegen der üblichen Größe der Modellbahnbahnhöfen. Bei Ks- Signalen kann es durchaus mal anders sein. Blocksignale sind durchnummeriert. Fängt mit 1 an und hört mit irgendwas ungeradem auf (kilometeraufsteigend). In die andere Richtung folgen dann gerade Zahlen.

Gruß

Dominik

#6 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Thomas M 25.06.2016 10:29

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Hallo Dom,

muss ich mehrmals lesen um es wirken zu lassen. Aber jetzt weiß ich das meine beiden Ausfahrtsignale N1 und N2 heißen werden! Danke dir!

#7 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Dominik B 25.06.2016 11:15

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Hallo Thomas,

wenn du einen Endbahnhof mit zwei Gleisen hast, dann ja.

Gruß

Dominik

#8 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Thomas M 25.06.2016 16:16

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Habe ich 😊

#9 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Yonah 02.07.2016 03:39

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In Hamburg (Billwerder) Moorfleet hatte früher das alte Stellwerk am Bahnsteigende die Bezeichnung Mbf = Moorfleet-Billwerder mit Fahrdienstleiter, als dieser damals noch die S-Bahnen vom Stellwerk aus abfertigte, nachdem die Bahnsteigaufsichtshäuschen geschlossen wurden, das f für den Fahrdienseiter wurde aber wiederum entfernt, als eine automatisierte Fernabfertigung eingeführt wurde und der Stellwerker sich lediglich nur noch um die noch vorhandenen elektromechanischen Blocksignale zu kümmern hatte.
Der Ortsteil heiß zwar Billwerder-Moorfleet aber als Stellwerksbezeichnung taugte die Buchstabenkombination Bm nichts, denn diese Buchstabenkombination war den Bahnmeistereien vorbehalten. Man drehte deshalb die Reihenfolge der Ortsnamen um.
Zwei weitere mechanische Stellwerke hatten dort die Bezeichnung Mbwf = Moorfleet-Billwerder West mit Fahrdienstleiter und Mbo = Moorfleet-Billwerder Ost ein weiteres Stellwerk im Besitz der Hafenbahn hatte am Ablaufberg eine von der DB Behörde abweichende Bezeichnung, weil damas die Hafenbahn von der privaten AKN betrieben wurde und als nicht bundeseigene Eisenbahn galt, die den Hafenbahnbetrieb organisierte. In diesem Bereich ohne Wasseranschluß von Kaianlagen, als Hafenbahnen auch Industrieanbinder in Industriegebieten/Hafengebieten bezeichnet. Der alte Berlin Güterrangierbahnhof im Moorfleet-Billwerder fiel dem Projekt Deutsche Einheit zum Opfer, als dort ein modernes Kontainer Terminal errichtet wurde, wurden sämtlich Gleisanlagen rückgebaut, abgesenkt und dann neu errichtet, viele der Stellwerke wurden abgerissen und die Signaltechnik modernen Standards und Richtlinien angepaßt.

Formsignale konnten in Bahnhöfen je nach Aufstellrichtung mit großen Schreibschriftbuchstaben oder Zahlen bezeichnet werden.
Auch an Hand eines mehrstelligen Nummernkodes kann man den Aufstelungsort und die Fahrtrichtung der Signale erkennen. ebenso werden Weichen mit Buchstaben oder Zahlen gekennzeichnet.

#10 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Uni 10.09.2016 16:48

Oh, ich könnte mal trumpfen.

Die DS100 / Ril100 ist die Vorschrift der Eisenbahninternen Kurzbezeichnungen für Bahnhöfe und Eisenbahnanlagen. Hier mal ein paar Beispiele:
KKE = Köln (RegB) Köln (Stadt) Eifeltor (Bahnhof)
NPA = Nünberg Passau
NNR = Nürnberg Nürnberg Rangierbahnhof
KAW = Köln Aachen West
RMF = Karlsruhe Mannheim Friedrichsfeld
FFLF = Frankfurt Flughafen Fernbahnhof
MM = München München Hauptbahnhof (gilt bei fast allen Hbf der Städte mit RB - KK für Köln Hbf, FF für Frankfurt/Main Hbf etc.)



Die Bezeichnungen der Signale sind wie folgt
Einfahrsignale:
A, B, C, ... in Kilometrierungsrichtung
F, G, H, ... gegen Kilometrierungsrichtung

Bsp.: A1 ist Einfahrsignal Gleis 1 ... , H1 ist Einfahrsignal Gleis 1 ...

Ausfahrsignale:
N ... in Kilometrierungsrchtung
P ... gegen Kilometrierung

Bsp.: N3 ist Ausfahrsignal Gleis 3 ... , P3 ist das Ausfahrsignal Gleis 3 ...

Zwischensignale:
R ... in Kilometrierung (Bsp.: R12 Zwischensignal Gleis 12, folgt ein weiteres ZSig würde hier jetzt R121 (erstes Zsig) und R122 (zweites sig) stehen können)
S ... gegen Kilometrierung
Z ... Ks-System (Bsp für eine Bezeichnung ZU12A8)

Blocksignale sind Nummeriert (geteilt in 2 Zeilen: Oben - 28, drunter 872 = Bk28872)

Selbstlocksignale Nummeriert mit Kennzeichnung z.B. Sbk (Bsp. Sbk S1K10)


Stellwerke als Bsp. Genaue Erläuterungen wären jetzt zu massig.
Oft werden Bezirke, Orte, Himmelsrichtungen und/oder Funktion der Stellwerke kombiniert:

Rhf - Ruhrort Hafen Fahrdienstleiter
RyO - Rheydt Ost (Güterbahnhof)
WwII - Weichenwärter Bezirk 2 (in einem Bahnhof)
Osf - Oberlahnstein Süd Fahrdienstleiter
RwS - Rangieraufsicht/Wärter Bezirk Süden
etc.

Ich hoffe an Hand der Bezeichnungen es etwas entnebeln zu können.

LG
Uni

#11 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von der Fahrdienst 25.09.2016 04:54

Wobei es hier auch immer gerne mal Abweichungen gibt - ich kenne einen Bahnhof, da fährt man erst am Zwischensignal P 001 und dann am Ausfahrsignal 058 (ohne vorgestellten Buchstaben!) vorbei...

#12 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Nothaltauftrag 28.11.2016 21:53

Zitat von Uni im Beitrag #10
Oh, ich könnte mal trumpfen.

Die DS100 / Ril100 ist die Vorschrift der Eisenbahninternen Kurzbezeichnungen für Bahnhöfe und Eisenbahnanlagen. Hier mal ein paar Beispiele:
KKE = Köln (RegB) Köln (Stadt) Eifeltor (Bahnhof)
NPA = Nünberg Passau
NNR = Nürnberg Nürnberg Rangierbahnhof
KAW = Köln Aachen West
RMF = Karlsruhe Mannheim Friedrichsfeld
FFLF = Frankfurt Flughafen Fernbahnhof
MM = München München Hauptbahnhof (gilt bei fast allen Hbf der Städte mit RB - KK für Köln Hbf, FF für Frankfurt/Main Hbf etc.)



Nicht ganz.
Der erste Buchstabe kennzeichnet nicht, wie von dir oben angedeutet, den Regierungsbezirk, sondern die ehemalige Bundesbahndirektion, in welcher die Betriebsstelle liegt.

A ist zum Beispiel Hamburg.
M ist München, N Nürnberg, T Stuttgart, R Karlsruhe, etc.
AA ist das Kürzel für Hamburg-Altona.
Und München Hbf wird mit MH abgekürzt, nicht mit MM.

Ansonsten stimmen die (meisten) der Ausführungen. A, P, N, F sind die gängigen Bezeichnungen für Lichtsignale bei nicht allzu komplexer Infrastruktur.
Bei München Hbf oder Pasing gibt es eine ganze Reihe weiterer Buchstaben, wobei N und P stets die Asig sind.
Aber die Esig heißen dann A, B, C, D, E, F, G, H, usw.
Je nach dem, wie viele verschiedene Strecken in den Bahnhof münden.
In Pasing gibt es zusätzlich sehr viele Zwischensignale. Im “kleinen Musterbahnhof“ haben die den Buchstaben R und S. In Pasing gab es darüber hinaus noch Q, T, U, V, etc.
Die Systematik wurde bei ESTW grundsätzlich beibehalten. Jedoch wird überall die Kennziffer der jeweiligen ESTW-Unterzentrale bzw des ESTW-A vorangestellt. In Pasing dann z.B. 11A, 11B, 11C oder 12A, 12B und 12C (das wären grob die Esigs am Regelgleis aus Richtung Osten).
Die Zwischensignale werden weiterhin mit den oben genannten Buchstaben gekennzeichnet, zusätzlich ein Z davor. Beispiele: 11ZS3, 12ZW9, aber auch ZT, ZR, ZU und ZV gibt es.

Ls werden mit Kennziffer + L + Gleisnummer + X in steigender/Y in sinkender Kilometrierung bezeichnet:
12L11Y ist ein Ls, das in Gleis 11 Richtung Osten/München Hbf steht, das 12L11X steht in Gleis 11 Richtung Westen/Augsburg.

Ich denke, das gröbste ist jetzt zusammengetragen.
Bei ESTW wurde die Systematik relativ streng angewendet. Bei H/V-Anlagen gibt es keine Regel ohne Ausnahmen... ;-)

#13 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von br218 30.08.2017 19:44

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Hallo zusammen,

Ich möchte dieses Thema noch einmal hervorkramen. Bei DSO wurde dieser (sehr interessante) Beitrag verlinkt, welcher sich mit der Bezeichnungen von Stellwerken befasst.

#14 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Andreas84 01.09.2017 07:36

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Guten Morgen,

da möchte ich mich gleich mal mit einer Frage anschließen:

In den Beiträgen wurde für "Rhf" vermerkt, das es sich beim ersten Buchstaben um die ehemaligen Bundesbahndirektion handelt.

In Regensburg haben wir ein >> Stellwerk <<, welches mit Rhf bezeichnet ist - was bedeutet diese Bezeichnung in diesem Fall? (Regensburg wird sicher nicht zur Bundesbahnfirektion in Karlsruhe gehört haben - oder täusche ich mich da?)

#15 RE: Beschriftung an Signalen und Bahnanlagen von Ronny_Sommer 01.09.2017 08:13

Hier wird wohl einiges vermischt. Die Bahnhofsbezeichnungen nach Ds 100 haben als ersten Buchstaben die Direktion in der sie liegen.
Das Stellwerk "Rhf" bedeutet:

R = Regensburg
h = Hauptbahnhof
f = Fahrdienstleiter

Für weitere Erklärungen gibt es die Seite http://www.stellwerke.de/index.html leider sind einige Stellwerksbezeichnungen in der Stellwerksliste fehlerhaft.

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