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#61 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von Lernkern 02.11.2015 11:32

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Moin Steffen.

Dein Rillengleis sieht prima aus, die Weiche ist oberklasse. Kannst du mir mal Detailbilder zeigen und beschreiben, wie du das im Bereich der Zungen gelöst hast? Das sind Federzungen, oder? Grade die Übergänge zwischen dem Bereich mit angelötetem L-Profil und ohne würde mich interessieren. Vielen Dank schonmal im Voraus.

Grüße

Jörg

#62 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von StEn 02.11.2015 16:06

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Hallo Jörg,
da muss ich dich noch ein paar Momente vertrösten.
Die erste Weiche war ein Versuchsumbau. Bei der nächsten Weiche werde ich die Schritte detailliert erklären.
Grüße
Steffen

#63 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von Lernkern 02.11.2015 23:29

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Moin Steffen.

Das hat auch überhaupt keine Eile, ist bisher nur reines Interesse;-)

Viele Grüße

Jörg

#64 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von Axel-T 03.11.2015 08:14

Hallo Steffen
interessante Art das Rillengleis zu realisieren...
Sie gut aus und scheint zu funktionieren.
LG
Axel

#65 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von StEn 03.11.2015 23:43

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Hallo Alex,
ich habe heute vormittag die Weiche und das Gleis mit dem Dremel und einem Wagen solange bearbeitet, bis der Wagen leicht und ohne Holpern bewegt werden konnte.
Bin sehr zufrieden.
Die nächste Weiche konnte ich auch schon anfangen. In Kürze mehr davon.

Grüße
Steffen

#66 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von br218 05.11.2015 12:39

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Hallo Steffen,

kannst du mir bitte einmal die Gleislängen mit der neuen Weichenverbindung ausmessen?

#67 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von StEn 05.11.2015 20:17

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Hatte ich sowieso vor.
Du bekommst eine PN mit den Daten in Kürze.

Grüße
Steffen

#68 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von BR143 05.11.2015 21:45

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Hallo Steffen,
Top, das es bei dir weitergeht.
Wird das Beton oder Asphalt? Ich Plädiere auch für selbstgeritztes Pflaster. Ne Spass. Ich denke du machst da was modernes.

Zitat
Dazu bin ich gerade dabei, die Umschlag- und Lagerfläche des Container-Depots auszugestalten. Einen passender Zaun suche ich noch.


Kuckst du hier
oder hier(Pollengitter)

Gruss Felix

#69 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von Falko 06.11.2015 09:50

Hallo Steffen,

oder du schaust im Shop vom FB-Kollegen Alex: Shop von Alex: Zäune

#70 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von StEn 06.11.2015 22:53

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Hallo Felix,

nachdem ich die aktuellen Bilder von Anschluss Schuster gesehen habe, werde ich die Flächen wohl so gestalten wie du. Heki-Betonfarbe habe ich jedenfalls schon gekauft. Im Original bestehen solche Flächen sehr oft aus größeren Betonplatten mit Stahleinfassung:



Daher wird es nicht ohne Ritzen gehen.

Danke für die Tipps mit den Zäunen, aber das isses nicht so richtig, was ich suche. Die Idee mit der Meterware behalte ich erstmal im Hinterkopf.

Grüße
Steffen

#71 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von StEn 11.11.2015 22:52

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Exkurs: Umbau einer Tillig-Elite-Weiche zu einer Rillengleis-Weiche

Wie angekündigt, will ich diesen Umbau einmal Schritt für Schritt erläutern.

Zum Umbau wird benötigt:
- Lötkölben mit dünner Spitze
- 0,5mm-Lötzinn
- Dremel oder baugleiches Gerät mit Fräser und Diamant-Trennscheibe
- Flachschraubendreher
- Markierstift
- diverse kleinere Spachteln
- Messingprofile 1,5 mm x 2,0mm
- Fertig-Spachtelmasse

zudem:
- handwerkliches Geschick
- GEDULD.

Zunächst die Weiche in der Ausgangslage. Die Weiche ist bereits fest verklebt und betriebssicher getestet.



Ich fräse zunächst die angedeuteten Schraubenköpfe auf den Kleineisenimitaten ab. Dazu nutze ich den Dremel mit einem kleinen Fräser. Mit einem ahnlichen Aufsatz wird dies auch möglich sein. Dabei sollten keinesfalls die Kleineisen insgesamt abgefräst werden.



Anschließend entferne ich an den Innenseiten der Schienen mit einer Diamant-Trennscheibe an mehreren Stellen die Brünierung. Das geht auch mit einem Glasfaserstift, dauert jedoch etwas länger.



Das Profil wird mit einem Folienstift markiert und passend abgelängt.



Anschließend markiere ich die geplanten Lötstellen auf dem Profil und fräse die Aussparung für den Schienenverbinder.



Bei der gegenüberliegenden Schiene verfahre ich in gleicher Weise.



Das Profil ist bis zur 7. Schwelle nach der Stellvorrichtung abzulängen und an einem Ende konisch zu schleifen.



Die auf den Profilen markierten Stellen sind punktuell zu verzinnen.



Auch die blanken Stellen an der Gleisinnenseite sind mit Lötzinn zu versehen.



Das Profil ist mit einem flachen Schraubendreher so an die Innenseite des Gleises zu drücken, dass es gleichzeitig auf den Kleineisen aufliegt.
Dabei wird die 2mm-Seite an die Schiene gelötet, während die 1,5mm-Seite die Rille bildet.
Bei Trennstellen muss auf eine vollständige Isolierung geachtet werden, auch bei den Profilen (Kreis). Zusätzlich löte ich das Profil auch noch an die Herzstück-Profile (Pfeil)

.

In Kurven bietet sich an, zuerst eine Lötverbindung im Scheitelpunkt der Krümmung herzustellen und von dort aus nach außen zu arbeiten. Nach 2-3 Lötpunkten löse ich die Erstlötstellen nochmal und drücke sie erneut an. Somit ist ein gleichmäßiger Spalt zwischen Profil und Schiene gewährleistet.



Dieser Bereich kann dann schon mit Spachtelmasse gefüllt werden. Zunächst fülle ich nur die Freiräume zwischen den Schwellen und lasse es eine Nacht trocknen.



Der nächste Arbeitsschritt verlangt genauestes Arbeiten. Auch hier sind die Freiräume zwischen den Schwellen zu verspachteln, jedoch ist peinlich auf die Funktion zu achten. Daher sind die Gleitflächen sauber zu halten.



Diese beiden Profile beginnen an der Stelle, an der die beiden Schienen zuletzt durch ein Kleineisen fixiert sind und enden kurz vor dem Herzstück. Dabei ist auf die elektrische Trennung zu achten (Kreis).



Hier löte ich bereits den geraden Abzweig. Vorher habe ich natürlich die Kleineisen bearbeitet und Lötstellen an der Innenseite der Gleise vorbereitet.



Das Profil an der oberen Schiene lasse ich auf der gleichen Höhe enden, wie das an der untersten Schiene.



Zwischendrin wird immer fleißig weiter gespachtelt. Das abzweigende Gleis habe ich bereits im 2. Spachtelgang plan aufgefüllt. Jedoch schrumpft diese Spachtelmasse immer noch, so dass ich erst im 3. Gang ein vollkommen plane Oberfläche bekomme.



Wenn im Zufahrtsgleis auch schon die Profile angebracht sind, ist ein deutlicher Spalt zwischen Rillen-Innenseite und Zunge zu erkennen (Kreis).



Da ich die "Betonfläche" möglichst groß zu machen, bohre ich mit einem 0,8mm-Bohrer ein zusätzliches Loch in die Stellvorrichtung, um den Abstand der Zungen zu vergrößern. Dann sieht das Ergebnis so aus:



Anschließend fahre ich die Zungen in die jeweiligen Endstellungen und klebe ein Profil so auf die Schwellen, dass die 1,5mm-Seite auf den Schwellen aufliegt und die L-Form nach innen zeigt. Den Raum, in der sich die Stellvorrichtung bewegt, begrenze ich mit zwei kurzen, quer zum Gleis aufgeklebten Profilstücken (Pfeile). Später decke ich diese "Wartungsöffnung" mit einem "Blech" ab.



Dann kann wieder - sehr sorgfältig - gespachtelt werden. Nach jedem Spachtelvorgang sind die noch weichen Spachtelreste zu entfernen.



Nach dem vollständigen Trocknen der Spachtelmasse sind die Lötstellen und Spachtelmassenreste in den Rillen mit der Trennscheibe oder einer sehr dünnen Schleifscheibe zu entfernen. Zudem sind an bestimmten Stellen die Flanken der Profile so lange zu schleifen, dass ein Testwagen leicht und ungehindert darüber rollen kann. Dann folgt das Befahren mit einer Lok, um eventuelle Kontaktschwachstellen zu erkennen.

Das Ergebnis ist dann eine "Rillenschienen-Weiche" in der Rohform.



Als nächstes werde ich die Betonplattenstruktur einritzen und farblich behandeln. Dies aber erst, wenn ich noch weitere Flächen "einbetoniert" habe.

Hier noch ein aktueller Stand:



Grüße
Steffen

#72 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von StEn 11.11.2015 23:00

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Nachtrag:

Mein Hafen-Stellpult habe ich bereits auf die neue Gleisführung angepasst. Daniel wird sich freuen



Grüße
Steffen

#73 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von wknarf 11.11.2015 23:09

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Moin Steffen,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung des Baus der Rillenweiche. Besonders gut gefällt mir die für Modellverhältnisse schön schmale Rille im Zungenbereich.

Viele Grüße,

Frank

#74 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von Axel-T 12.11.2015 00:02

Hallo Steffen
Manachmal vermisst man den Like-Button.
Toll gemachter Bericht der an vielen Detail "vorbei führt".
Frage: Welcher Hersteller bzw. welche Spachtelmasse verwendest Du? Molto? Gips scheidet ja wohl aus...

LG,
Axel

#75 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von BR143 12.11.2015 07:18

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Moin Steffen,
Das sieht echt klasse aus.
Also hast du das L Profil innen ans Gleis gelötet? Wäre kleben nicht auch gegangen?
Was mir beim betrachten deiner Bilder einfällt:
Meine Erfahrung mit Gegipsten Strassen an Modullübergängen, hohe Abbruchgefahr. Sei es beim Transport oder Aufbau. Ich Würde dir daher nahelegen, an jeden Modulabschluss ein L Profil oder vielleicht eine Holzleiste als sicheren Abschluss zu installieren.
Und dann drüber gipsen. Wäre sonst schade drum. Im Gleis bräuchte es möglicherweise nicht.

Freu mich schon auf eine Winterliche Hafenrundfahrt.:-)

Gruss Felix

#76 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von StEn 12.11.2015 10:15

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Hallo Axel, Hallo Felix,

danke für das positive Feedback.

Ich nutze die hauseigene Fertig-Spachtelmasse einer namhaften Baumarktkette mir 3 Buchstaben Die trocknet ausreichend langsam, lässt sich gut glätten, nach dem Aushärten gut bearbeiten und haftet sogar auf glatten Untergründen sehr gut.
Bei Molto hat mich geärgert, dass die von mir präferierte Spachtelmasse die gleiche Behältergröße hat, wie eine etwas billigere Variante, aber nur zur Hälfte gefüllt ist. Diesen lächerlichen Täuschungsversuch mache ich nicht mit.

Felix: Mit Metall-Kleben hab ich es nicht so. Eine Lötstelle haftet sofort, kann aber auch beliebig oft wieder gelöst oder korrigiert werden. Zudem ist die elektrische Verbindung zwischen Schiene und Profil viel besser, denn einige meiner NEM-Radsätze rollen auf dem Profil, nicht mehr auf der Schienenoberkante. Dadurch bleibt die Stromzufuhr stabil. Und schließlich wird der Kunststoff unter dem erhitzten Profil etwas weicher, so dass das Profil dann "satter" auf den Kleineisen-Imitaten aufliegt. Außerdem hält sich der Aufwand beim Löten in Grenzen, wenn man mit dem Lötkolben umgehen kann.
Den Tipp mit den Holzleisten hatte mir Micha kürzlich schon gegeben und ich habe ihn sogleich umgesetzt, wie Du in Beitrag #58, 2. und 3. Bild erkennen kannst. Das sind 9x3mm-Leisten aus dem Baumarkt. Die Gefahr, dass da was beim Auf- oder Abbau abbricht, sehe ich genau so.

Grüße
Steffen

#77 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von Dominik B 13.11.2015 15:40

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Hallo Steffen,

absolut klasse. Sowohl der Baubericht, als auch die Rillenweiche. Ich bin begeistert! Einen Verbesserungsvorschlag hätte ich an dich, das macht dir auch das Leben leichter. Ich setze Messingschrauben zwischen das Gleis, im regelmäßigen Abstand, und löte dann das Winkelprofil dort an. Dort kann man zum einen leichter löten, zum anderen wird es dir nicht ausbleiben, dass du Lötzinnknubbel in der Rille hast. Die musst du ja alle wieder abschleifen. Das macht unnötig Arbeit. Schau, bei mir sieht es dann so aus:



Gruß

Dominik

#78 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von StEn 13.11.2015 22:29

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Hallo Dominik,

ich kenne Deine Methode genau, weil ich mich vor Baubeginn intensiv damit auseinandergesetzt habe. Dein Rillengleis hat mich überzeugt, aber da deine Methode für Straßenbahn gut passt, musste ich sie auf die NEM-Räder anpassen. Also habe ich nicht wie Du T-Profile, sondern L-Proifile genommen, um die nötige Rillentiefe zu bekommen. Bei meinen ersten Versuchen habe ich auch mit Messingschrauben gearbeiten, was ganz gut geklappt hat, aber mit der wachsenden Erfahrung habe ich gemerkt, dass es auch ohne Schrauben geht. Dennoch gibt es Stellen, an denen ich dann doch noch mit so einer Schraube einem widerspenstigem Profil meinen Willen aufzwingen muss.
Und da ich die Rillen sowieso nachbearbeiten muss, machen mir die Lötstellen nichts aus. Außerdem - wie im letzten Beitrag schon erwähnt - will ich ja gezielt die saubere elektrische Verbindung zwischen Profil und Schiene.

Dennoch danke für das Erklären Deiner Methode. Das hat mich in der Suchphase sehr inspiriert.

Grüße
Steffen

#79 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von ductore 13.11.2015 23:08

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Hallo Steffen,

saubere Arbeit!

Wenn ich Rillenschienen bauen würde, dann würde mir Dominiks Befestigungsmethode eher zusagen. Und die elektrische Leitfähigkeit bekommt man dadurch hin, indem man an das Profil einfach ein Kabel anlötet und es mit der Schiene bzw. dem Stromkreis verbindet.
Allerdings würde ich auch eher auf das L als auf das T-Profil setzen.

Viele Grüsse
Holger

#80 RE: Projekt "H", das Hafenmodul - ein Baubericht von Dominik B 14.11.2015 10:58

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Hallo Steffen,

schön, dass ich dich inspiriert habe

Zitat von StEn im Beitrag #78
Dein Rillengleis hat mich überzeugt, aber da deine Methode für Straßenbahn gut passt, musste ich sie auf die NEM-Räder anpassen. Also habe ich nicht wie Du T-Profile, sondern L-Proifile genommen, um die nötige Rillentiefe zu bekommen.


Ich weiß nicht, aber meines Wissens nach ist da kein Unterschied vorhanden. Die Straßenbahnräder sind auch NEM. Folglich kann auf den Rillengleisen auch ein EBO Fahrzeug fahren. Ob nun mit T- oder L-Profil. Ein T-Profil ist wahrscheinlich die optisch schönere Variante (niedrigere Rille, man sieht keine Schwellen wenn man durch schaut im Gegensatz zum L-Profil), das L-Profil ist wahrscheinlich die technisch sicherste Variante. Du hast dich für diese Variante entschieden, damit wird dein Hafen sehr betriebssicher. Das ist wichtig.

Zitat von StEn im Beitrag #78
Außerdem - wie im letzten Beitrag schon erwähnt - will ich ja gezielt die saubere elektrische Verbindung zwischen Profil und Schiene.


Das hast du bei den Schrauben auch, da du jedes Messingstück einspeist.

Gruß

Dominik

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