#1 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von hjs2600 08.12.2013 12:57

Hallo,

ich benötige etwas Unterstützung bei der Planung meines Bw in Bezug auf vorbildgerechter Ausstattung (Zeit und Ort: DB in den 50er Jahren, nur Dampf und Diesel):



Aufteilung in Stellwerksbezirke:
- die Weichen W1-W11 gehören mit zum Fdl-Stellwerk
- die Weichen W20-W29 gehören zum Bw-Bereich

Signalisierung:
- die Abstellgruppe (Gleise 41-44) bekommt ein hohes Formsperrsignal, wird vom Fdl-Stellwerk betätigt
- an der BW-Ausfahrt (Gleise 46 und 47) steht jeweils ein Wartezeichen (Ra 11, ohne Sh1-Licht)

Ferngestellte/ortsgestellte Weichen:
- W1-W4 ferngestellt
- W5-W11 ortsgestellt

im Bw-Bereich würde ich wie folgt aufteilen:
- W20-W23 und W26a ferngestellt - gibt es das überhaupt, das eine Ekw nur einseitig ferngestellt ist?
- W24, W25, W26b-W29 ortsgestellt

An Einrichtungen/Gebäude ist folgendes vorgesehen:
- Kohlenbansen mit 2 Kohlenkränen
- 2 Ausschlackgruben mit Bockkran/Besandung/Wasserkran
- Ringlokschuppen mit seitlich angebauten Werkstatt- und Verwaltungsgebäude
- Rechteckschuppen
- alle Schuppenstände habe eine Untersuchungsgrube, im Ringlokschuppen ist eine Achssenke, ein Bockkran für den Pumpenwechsel etc. vorgesehen
- Dieseltankstelle
- Stellwerk für den Bw-Bereich
- Magazingebäude/Schuppen
- Kompressorhaus
- Trafoturm
- Wasserturm

Wie sollte man die Beheizung vorsehen - mit separatem Kesselhaus oder mit Heizlok?

was habe ich vergessen, was fehlt noch und was sollte man so überhaupt nicht machen?

Gruß,

Hans-Jürgen

#2 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von Michael_H 08.12.2013 13:52

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Hallo Hans-Jürgen,

soviel ich weiß, hatte jedes BW zwei Ein- und Ausfahrten, falls es da mal zu einem Problem (z.B. Entgleisung, Weichenschaden) kam, war das BW dann nicht von der Welt abgeschnitten. Denn das hätte zur Dampflokzeit für große Probleme sorgen können, zumindest für größere als zur Dieselzeit.
Ansonsten sieht das in meinen Augen sehr stimmig aus!

#3 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von sachsenlok 08.12.2013 14:02

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Hallo

ich würde denken, dass der BW über ein Weichenwärter Stellwerk läuft.

Nur einseitig ferngestelle EKW ist blödsinn, wenn nur komplett ferngestellt oder komplett handgestellt.

Schadlokgleis und Hilfszuggleis würd ich mit einer Formgleissperre versehen, welche sich von Sh0 auf Wn7 "verwandeln" lässt.

Hochstehende Formsperrsignale sind durchaus zulässig.

Ra11 mit Lampen für Sh1 sind im Bereich der DS301 Raritäten. Ich hab sowas in Hanau Ausfahrt Südseite gesehen. Das wäre dann eigentlich ein Ra12.

Gleis 48 müsste nach deinem Gleisplan auch ein hochstehendes Formsperrsignal bekommmen, da von da aus auch eine Ausfahrt in den Bf möglich ist.

Wofür willst du den 2 ständigen Rechteckschuppen nutzen. Ich würde den auf den ersten Blick als überflüssig empfinden und W23 rausschmeißen und durch einen Bogen ersetzen. W26 würde ich dagegen als DKW auslegen um die Rangierarbeiten zu erleichtern. Das Hilfszuggleis braucht demnach auch ein Formsperrsignal, weil Ausfahrt in den Bahnhof möglich. Für Gl49 würde ich eine Abhängigkeit schaffen, dass vorher auf Gleis 46,47,48,50 rangiert werden muss um ausfahren zu dürfen.

grüße

#4 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von hjs2600 08.12.2013 16:04

Hallo,

@Michael: einseitig angebunden mittelgroße Bws hat es durchaus gegeben, z.B. Dieringhausen oder Goslar. Bei kleineren Anlagen wie z.B. Altenkirchen (Ww) sicher noch häufiger.

@Sachsenlok: Der Rechteckschuppen ist für Dieselfahrzeuge gedacht wie VT75.9/VT95 oder V80. Die EKW durch eine DKW zu ersetzen bringt m.E. nicht viel da Rangierfahrten vom Hilfszuggleis, die nicht direkt zur Ausfahrt gehen, nicht so oft vorkommen sollten. Fahrten in Richtung Bahnhof gehen alle an den beiden Ra 11 am Wärterstellwerk vorbei - reichen die nicht aus? Den Flankenschutz gibt Weiche W4. Gleissperren in Bws habe ich bisher eigentlich noch nicht gesehen, das kann aber auch daran liegen, das bis heute ja so ziemlich Alles rückgebaut wurde...

Gruß,

Hans-Jürgen

#5 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von sachsenlok 08.12.2013 16:29

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Hallo Hans-Jürgen

die Triebwagen (VT95-98) und die Dieselloks (du nanntest die V80) würde ich mit im Ringschuppen unterbringen. Das wirkt dann etwas provokant und kündigt den Dampfanschied bei der DB mit an.

Mit den Gleissperren: Wir wollen doch nicht päpstlicher sein wie der Papst. Wir sind ja nicht bei Fremo hier, wo das ein Unding wäre.

grüße

#6 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von Michael_H 08.12.2013 16:39

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Danke Hans-Jürgen!
Wieder etwas gelernt!

#7 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von Aquarius 09.12.2013 13:23

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Zitat
Gepostet von Aquarius
[quote]Gepostet von hjs2600
[b]...

An Einrichtungen/Gebäude ist folgendes vorgesehen:
- Kohlenbansen mit 2 Kohlenkränen
- 2 Ausschlackgruben mit Bockkran/Besandung/Wasserkran
- Ringlokschuppen mit seitlich angebauten Werkstatt- und Verwaltungsgebäude
- Rechteckschuppen
- alle Schuppenstände habe eine Untersuchungsgrube, im Ringlokschuppen ist eine Achssenke, ein Bockkran für den Pumpenwechsel etc. vorgesehen
- Dieseltankstelle
- Stellwerk für den Bw-Bereich
- Magazingebäude/Schuppen
- Kompressorhaus
- Trafoturm
- Wasserturm

...

was habe ich vergessen, was fehlt noch und was sollte man so überhaupt nicht machen?



Hallo,
mir ist aufgefallen, dass eine Besandungsanlage /-gerüst incl. der Sandaufarbeitung/-trocknung noch fehlt. Diese Anlagen waren in der Regel zwischen Ausschlackanlage und Drehscheibe nahe des Kohlenbansen angeordnet.

Angeliefert wurde der Bremssand in offenen E-Wagen und nahe des Kohlenbansens bzw in dessen Ende gelagert damit der Bekohlungskran mit seinem Greifer den Rohsand in die Aufarbeitungsanlage füllen konnte. Bei manchen Anlagen ging das auch per Förderband oder halt Muskelkraft. Der gereinigte und getrocknete Sand wurde dann per Druckluft über Rohrleitungen in den/die Vorratsbehälter des Besandungsgerüsts geblasen um von hier dann mittels Schwerkraft in die Sanddome/-behälter der Loks zu rieseln.

Auch fehlen m. M. n. das Verwaltungsgebäude mit der Lokleitung und ein Sozialgebäude mit Kantine und Übernachtungsräumen für auswärtige Lokpersonale. Die Sozialeinrichtungen könnten aber auch zusammen mit der Verwaltung in einem gemeinsamen Gebäude, oder wenn der weg nicht zu weit ist, im Empfangsgebäude des Bahnhofs sein.

Viele Grüße ÷ Udo

PS:
Beispiel einer Modellbesandungsanlage: klick mich
wobei das Besandungsgerüst nur für ein Behandlungsgleis reicht.

[ Editiert von Aquarius am 09.12.13 12:42 ]

Nachtrag: Vorschlag zur Plazierung der Besandungsanlage:


Die Anlage am Anfang der Behandlungsgeleise ist zwar nicht die Regel, gab es aber auch wenn die Örtlichkeiten das, warum auch immer, erforderten. ;-)

MfG Udo

[ Editiert von Aquarius am 09.12.13 13:30 ]

#8 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von hjs2600 09.12.2013 18:50

Hallo Udo

Zitat
Gepostet von Aquarius
mir ist aufgefallen, dass eine Besandungsanlage /-gerüst incl. der Sandaufarbeitung/-trocknung noch fehlt. Diese Anlagen waren in der Regel zwischen Ausschlackanlage und Drehscheibe nahe des Kohlenbansen angeordnet.



Danke für die Tips. Ich habe beim Thema Besandung an die typische

Württembergische Entschlackungs- und Besandungsanlage

gedacht - die ist schön kompakt. Das Sandlager mit Ofen soll neben dem Magazin seinen Platz finden.

Zitat

Auch fehlen m. M. n. das Verwaltungsgebäude mit der Lokleitung und ein Sozialgebäude mit Kantine und Übernachtungsräumen für auswärtige Lokpersonale. Die Sozialeinrichtungen könnten aber auch zusammen mit der Verwaltung in einem gemeinsamen Gebäude, oder wenn der weg nicht zu weit ist, im Empfangsgebäude des Bahnhofs sein.



Am Ringlokschuppen ist ein 3-geschossiger Anbau vorgesehen, da ist Platz für die Lokleitung, Sozialräume, Übernachtung etc. - an ein separates Verwaltungsgebäude und eine Kantine habe ich auch schon mal gedacht, aber noch keinen passenden Platz (ohne weiteren Anbau an das Drehscheibensegment) gefunden. Weiterhin will ich noch weitere Schuppen/Aufenthaltsgebäude im Bw-Bereich unterbringen.

Man könnte aber auch sagen, die Kantine und Verwaltung ist im Empfangsgebäude mit untergebracht...

Gruß,

Hans-Jürgen

#9 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von Aquarius 10.12.2013 10:46

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Hallo Hans-Jürgen,

Zitat
Gepostet von hjs2600
... Das Sandlager mit Ofen soll neben dem Magazin seinen Platz finden.


Das ist aber arg weit weg von den Lokbehandlunggleisen!
Wo soll denn das Besandungsgerüst stehen?
Vom Magazin bis zu den Behandlungsgleisen wäre es über die Entfernung technisch kaum möglich den Bremssand in den Vorratsbebälter des Besandungsgerüsts zu blasen.
Hier z. B. die Reste einer platzsparend, zwischen den Gleisen plazierten Anlage: Klick mich
Ursprünglich gab es dort keine Besandungsgerüste, die sind wie der dahinter liegenge Behälter spätere Zutaten und dienten der Besandung der vermehrt eingesetzten Dieselloks mit ihren tief liegenden Sandbehältern. Die Dampfer wurden direkt aus dem Ofenhaus heraus bedient. Die Bw-Arbeiter dafür standen dazu auf der Galerie unterhalb des schwarzen Aufbaus.
Das Ganze aus der Luft: klick mich auch
Am Ende des Kohlenbansen, wo jetzt die dicken Büsche wachsen, war das Rohsandlager. Eingefüllt wurde der Rohsand per Bekohlungskran über die Schütte.

Aber wie gesagt, das ist auch nur ein Beispiel und kein Muss
Jedes Bw hatte da seine individuelle, an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Lösung. Haupsache der Betrieb wurde effizent und kostengünstg abgewickelt.

Zitat

Am Ringlokschuppen ist ein 3-geschossiger Anbau vorgesehen, da ist Platz für die Lokleitung, Sozialräume, Übernachtung etc.


Ich hatte da mehr auf die Auflistung als auf die Zeichnung geachtet und den Anbau für Werkstätten o. ä. gehalten.

Zitat

Man könnte aber auch sagen, die Kantine und Verwaltung ist im Empfangsgebäude mit untergebracht...


das passt

Viele Grüße ÷ Udo

PS
ich würde, wenn irgend möglich, die Weiche 21 gegen eine Linksweiche austauschen und so die unschöne S-Kurve beseitigen.

[ Editiert von Aquarius am 10.12.13 10:51 ]

#10 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von hjs2600 10.12.2013 12:55

Hallo Udo,

Zitat
Gepostet von Aquarius
Wo soll denn das Besandungsgerüst stehen?
Vom Magazin bis zu den Behandlungsgleisen wäre es über die Entfernung technisch kaum möglich den Bremssand in den Vorratsbebälter des Besandungsgerüsts zu blasen.



Der Sandbehälter ist Teil der Ausschlackanlage und steht im Gleis 46 zwischen Weiche 28 und Drehscheibe.

Vorbild, wie z.B. in Rottweil: klick mich

Der trockene Sand wird hier sackweise die Leiter hochgetragen und manuell eingefüllt. Der Sandofen steht dann in unmittelbarer Nähe der Ausschlackanlage, also kurze Wege.

Zitat

Hier z. B. die Reste einer platzsparend, zwischen den Gleisen plazierten Anlage: Klick mich

Ursprünglich gab es dort keine Besandungsgerüste, die sind wie der dahinter liegenge Behälter spätere Zutaten und dienten der Besandung der vermehrt eingesetzten Dieselloks mit ihren tief liegenden Sandbehältern. Die Dampfer wurden direkt aus dem Ofenhaus heraus bedient. Die Bw-Arbeiter dafür standen dazu auf der Galerie unterhalb des schwarzen Aufbaus.



Auch eine nette Idee - lasse ich mir mal durch den Kopf gehen...

Zitat

ich würde, wenn irgend möglich, die Weiche 21 gegen eine Linksweiche austauschen und so die unschöne S-Kurve beseitigen.



Das kann man auf dem Plan nicht sehen, aber Weiche 20 wird eine rechte Bogenweiche werden und dann passt das wieder.

Gruß,

Hans-Jürgen

#11 RE: Fragen zur Ausstattung meines geplanten Bw von hjs2600 12.01.2014 11:30

Hallo,

habe das ganze noch einmal überarbeitet und statt des zweiten Lokschuppen jetzt ein kleines Bww vorgesehen - die Dieselfahrzeuge ziehen also mit in den Ringlokschuppen.

Der Traktionswandel kommt im Bw an und der Kohlebansen wird zugunsten einer größeren Diesel-/Heizöltankanlage verkleinert.



Die Bw-Ausfahrt wird mit 3 hohen Formsperrsignalen für die Gleise 46, 47 und 48 gesichert. Die Ausfahrt aus dem Bww wird durch die ferngestellte Weiche W24 gesichert - was sagen die Signalexperten dazu?

Wenn sich beim Verlegen der Gleise zeigt, das im Bereich des Hilfszuggleises noch Platz für eine Kantine ist, dann wird diese dort gebaut.

Gruß,

Hans-Jürgen

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