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#61 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von lcu 04.06.2012 01:26

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Hallo allerseits,

ich habe in dieser Woche eine Weiche und die ersten lieferbare Bauteile für »mein Gleis« von Weinert Modellbau erhalten. Und wie versprochen, möchte ich Euch hier gerne erste Fotos und Eindrücke präsentieren.



Neben den Weichen sind (von links) Schwellen mit Aussparung für Schienenverbinder (74001, 10 Stk.), Doppelschwellen (74014, 10 Stk.), Schienenverbinder RP 25 (74005, 16 Stk.), Zungenverschluss (74010) sowie Radlenker aus Messing (74012, 1 Paar) und aus Kunststoff (74011, 4 Paar) geliefert worden.

Heute möchte ich mich auf die Weiche konzentrieren, auf die Bauteile werde ich demnächst gesondert eingehen.

Hier also Bilder von der gesamten Weiche. Sie ist ganz schön lang und daher gar nicht so einfach zu fotografieren. Es handelt sich hier um eine linke Weiche EW 190 - 1:9 (74901). Die Weichen sind nach den Musterzeichnungen der Reichsbahn hergestellt worden. Ein Vergleich mit einem maßstäblichen Schwellenplan zeigt, dass diese exakt mit dem Vorbild übereinstimmt.







An den Enden der Weiche sind die Schwellen bzw. Kleineisen mit Aussparungen versehen, um Platz für Schienenverbinder zu bieten. Hier sind die bekannten von Peco genauso verwendbar wie die neuartigen aus Messing von Weinert.



Neben der vom Flexgleis bereits bekannten feinen Maserung der Holzschwellen fällt vor allem der sehr feine Zungenverschluss auf. Das Teil besteht aus zwei schwarzen Messingteilen, die in der Mitte mit einem isolierenden Kunststoffstück umspritzt sind, das die Öse für einen Stelldraht enthält. Außen sind jeweils zwei kleine Löcher vorhanden, um dort ggf. eine Weichenlaterne anzusteuern.

Die Zunge ist so montiert, dass sie zwar recht leicht gleitet, aber dennoch ausreichend Reibung besitzt, um auch ohne Anpressdruck eines Antriebs in den Endlagen bleibt. Die Federschienenzunge ist durchgehend aus normalem Schienenprofil hergestellt und an der Federstelle am Fuß bis auf Stegbreite eingefräst. Im Original sind die Zungenschienen niedriger als das normale Schienenprofil und liegt zum Ausgleich auf dickeren Gleitplatten auf. Für eine Großserienweiche geht die angewendete Lösung m. E. aber in Ordnung. Die Spitzen der Zungenschienen laufen sehr spitz zu und liegen sehr gut an.



Ein sehr pfiffiges Detail ist eine kleine Kunststoffplatte mit Schotterimitat. Die ist so bemessen, dass sie exakt in das Schwellenfach unter dem Zungenverschluss passt und dann nur noch ein kleines Langloch für den Stelldraht offen lässt. Natürlich muss der Kunstoff dann noch farblich angepasst werden.





Von unten betrachtet sind die Punkte zu erkennen, an denen der Schwellenrost mit den Schienen verschweißt wurde. Dadurch ist die Weiche relativ stabil. Sie lässt sich aber in geringem Maß biegen, weswegen Weinert empfiehlt, beim Einbau ein Stahllineal zum Ausrichten zu verwenden. Die ebenfalls angebotenen flexiblen Weichen besitzen diese Schweißpunkte nicht und sind daher zu Bogenweichen zu biegen. Ihre Montage ist aber etwas schwieriger, da sie nicht nur durch Kleben fixiert werden müssen, sondern die Schienenprofile sind auch an den Trennstellen zum Herzstück in ihrer Länge anzupassen, andernfalls steht der Zungenverschluss schräg.



Das sehr spitz zulaufende Herzstück besteht aus einer Haupt- und Beispitze. Eine Fuge ist allerdings kaum zu erkennen, so exakt sind sie gefertigt! Die Flügelschienen sind auf der Doppelschwelle getrennt durch ein spezielles Kleineisen zuverlässig isoliert. Flügelschienen und Herzstück sind durch einen Draht miteinander verbunden, an den die Polarisierung angeschlossen wird.



Die Radlenker entsprechen exakt der 3200 mm langen, kürzeren Variante der Vorbilds (es gab bei den Regelweichen mit S 49-Profil auch 4600 mm lange). Die fein detaillierten Radlenker bestehen aus Kunstoff in derselben Farbe wie die Schwellen. Auf den Innenseiten besitzen sie Nachbildungen der Schraubenköpfe, die sie beim Vorbild mit den Futterstücken als Abstandhalter zu den Backenschienen verbunden haben. Die Kleineisen sind hier ebenfalls mit allen Schraubenköpfen versehen, da hier kein NEM-Spurkranz auflaufen kann.

Die Rillenweiten entsprechen der aktuellen Fassung der NEM 110 »Gleise und Weichen« (http://www.miba.de/morop/nem110_d.pdf). Am Radlenker beträgt die Rillenweite etwa 1,3 mm, während sie am Herzstück auf das zulässige Mindestmaß von 1,1 mm eingestellt wurde. Durch die geringere Rillenweite am Herzstück soll gewährleistet werden, dass selbst 2,2 mm breite Finescale-Radsätze ohne Einsinken über die Herzstücklücke fahren.



Zum heutigen Abschluss möchte ich noch Fotos von unterschiedlichen Radsätzen auf dem Herzstück zeigen. Zunächst ist hier ein NEM-Radsatz mit den üblichen hohen Spurkränzen zu sehen, wie die Industrie ihn leider immer noch als Standard ausliefert. Die Radbreite beträgt etwas mehr 2,8 mm, so dass die 2,2 mm breite Herzstücklücke problemlos überbrückt wird.



Meine aktuellen Lieblings-Radsätze stammen ebenfalls von Weinert, deren Radbreite beträgt nur 2,6 mm. Auch hier gibt es keine Probleme beim Überfahren der Herzstücklücke, denn die Radbreite ist wesentlich größer als die Breite der Lücke. Nach der aktuellen NEM 310 (http://www.miba.de/morop/nem310_d.pdf) wären bei der vorhandenen Rillenweite von 1,1 mm am Herzstück sogar Radsätze mit der minimalen Radbreite von 2,4 mm zulässig!



Und hier ist schließlich ein Finescale-Radsatz von Luck zu sehen. Seine Radbreite beträgt etwa 2,25 mm, wovon 0,6 mm auf die Breite des Spurkranzes entfallen. Es bleiben also 1,65 mm für die Breite der Lauffläche. Das ist schmaler als die 2,2 mm breite Herzstücklücke, wodurch dieser Radsatz ein wenig in die Lücke einsinken kann. Inwiefern das im Betrieb merklich sein wird, muss erst noch getestet werden.



Etwas problematischer als das Einsinken kann das Auflaufen eines Finscale-Radsatzes gegen das Herzstück sein. Da das Radsatzinnenmaß der Finescale-Radsätze mit 14,8 mm größer ist, kann der Radlenker nicht verhindern, dass der Spurkranz weit genug neben der Herzstückspitze entlang geführt wird. Bei meinem Testradsatz gab es in diesem Falle nur einen kaum merkbaren Ruck bis er den richtigen Weg gefunden hatte. Es ist aber eine Extremsituation, denn oft berühren die Räder die Radlenker beim Überfahren der Weiche gar nicht. Und wie das im Zugverband mit unterschiedlichen langen und schweren Wagen ausschaut muss auch hier erst noch die Praxis zeigen.



Ich bin für meinen Teil sehr erfreut über die Weiche. Sie setzt den Maßstab für alle bisherigen Großserienweichen und das zu einem sehr ansprechenden Preis. Dass Rolf Weinert es ernst meint, wenn er von einem ganzen »Gleissystem« spricht, zeigen auch die interessanten Bauteile, die das Flexgleis und die Weichen sinnvoll ergänzen.

Mehr dazu in den nächsten Tagen.

Schöne Grüße
Lars.

#62 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von BR 12 7010 04.06.2012 05:14

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Hallo Lars

Die Weiche sieht ja sehr gut aus, was Weinert da rausgebracht hat. Der Preis für die Weiche der wird wohl bei 30-40Euro sein.
Eine Frage hätte ich da. Wie hoch ist das Schienenproviel und gibt es auch noch anderen Weichen(Innenbogenweiche, 10grad Weiche) von Weinert die schon Lieferbar sind?

#63 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von BR95 04.06.2012 06:24

... da fällt mir glatt die Tasse Kaffee aus er Hand


Guten Morgen Lars,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht und die sehr guten Fotoaufnahmen.

Es scheint wohl doch wahr zu sein, dass sich das Warten gelohnt hat. Deinen Bildern entsprechend scheint es kein vergleichbares Großserienmaterial zu geben. Zumindestens was jetzt das neue Schienen- und Weichenmaterial von Wienert betrifft, scheint der Ausdruck "neuer Standart" hier seine Berechtigung gefunden zu haben.

Auch absolut pfiffig das Plättchen für den Stelldraht. Hier wäre es alternativ möglich, ein absolut dünnes Trägerplättchen zu nehmen, welches gezielt vor Einbau mittig durchbohrt und mit Schotter belegt würde. Ausgetrocknet könnte es dann im Bereich der Stellschwelle platziert werden. Eventuell müsste in diesem Bereich etwas Holz weggenommen werden. Dann dürft es noch realistischer wirken.

Etwas irritiert mich dennoch: Du schreibst, die "angebotenen flexiblen Weichen" ....?

Welche sollen das denn sein? Hier habe ich nichts entsprechendes auf den "mein-Gleis"-Seiten entdeckt.

#64 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von lcu 04.06.2012 07:29

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Hallo Frank,

Zitat
Die Weiche sieht ja sehr gut aus, was Weinert da rausgebracht hat. Der Preis für die Weiche der wird wohl bei 30-40Euro sein.


Die unverbindliche Preisempfehlung für die Weichen (38,80 €) findest Du auf der Website zum Gleis: http://www.mein-gleis.de/

Zitat
Eine Frage hätte ich da. Wie hoch ist das Schienenproviel


Die Höhe des Schienenprofils beträgt 1,9 mm (Code 75) und entspricht dem von Peco.

Zitat
und gibt es auch noch anderen Weichen(Innenbogenweiche, 10grad Weiche) von Weinert die schon Lieferbar sind?


Bei den bislang angekündigten Weichen handelt es sich um die Vorbildweichen mit Radius 190 m (2180 mm im Modell). Die Standardweiche mit der Neigung 1:9 hat einen Abzweigwinkel von 6,6 Grad; der Bogen des Abzweiggleises endet am Herzstück.

Die darauf aufbauende symmetrische Außenbogenweiche (Y-Form) hat in beiden Gleisen einen Modellradius von 4360 mm bei gleicher Neigung von 1:9 bzw. gleichem Winkel von 6,6 Grad.

Dann gibt es noch die Weiche, bei der der Bogen durch das Herzstück hindurch läuft. Sie besitzt eine Neigung von 1:6,6 und einen Winkel von 8,6 Grad.

Ich selbst habe nur diese eine Weiche, gehe aber davon aus, dass jetzt alle Weichen jeweils als feste wie flexible Versionen lieferbar sind. In Dortmund war die flexible Weiche ja bereits fertig, während am Verschweißen der Schienenprofile mit dem Schwellenrost noch gearbeitet wurde.

Auf der o.a. Website stehen ja auch die aktualisierten Planungsbögen bereit. Das sind Fotos/Scans der Weichen und zeigen alle Formen ziemlich genau.

Schöne Grüße
Lars.

#65 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von lcu 04.06.2012 07:46

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Zitat
Gepostet von BR95

Etwas irritiert mich dennoch: Du schreibst, die "angebotenen flexiblen Weichen" ....?

Welche sollen das denn sein? Hier habe ich nichts entsprechendes auf den "mein-Gleis"-Seiten entdeckt.



Hallo Martin,

zu den flexiblen Weichen hatte ErikS hier bereits im Beitrag #48 topic.php?id=321561&msgid=3569004 etwas geschrieben.

Ich zitiere zur Ergänzung aus dem Beipackzettel meiner Weiche:

Zitat
Für Kunden, die diese Weiche im Bogen (als Bogenweiche) einsetzen möchten, haben wir die flexiblen Weichen im Angebot.

(…)

Bei diesen Weichen sind die Profile nur eingeschoben und müssen im Bereich der Backenschienen am besten mit einem kleinen Tropfen 2-Komponenten-Kleber Uhu Endfest 3000 verklebt werden. Die Zungen müssen in der Weiche am Ende an den Trennstellen zum Herzstück angepasst werden, da sich beim Biegen der Innenbogen verkürzt.



Die angebotenen Formen entsprechen genau denen mit verschweißten Schwellenrosten. Es fehlen halt nur die Schweißpunkte.

Schöne Grüße
Lars.

#66 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von BR95 04.06.2012 07:53

Hallo Lars,

vielen Dank. Dies erklärt es und war mir nicht mehr in Erinnerung. Ich wünsche einen schönen Wochenanfang.

Edit: Entsprechender Hinweis zu den flexiblen Weichen ist nun auch auf der Hommage zu "Mein-Gleis" zu finden.

[ Editiert von BR95 am 05.06.12 10:11 ]

#67 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von ErikS 04.06.2012 10:45

Hallo Lars!

Danke fürs zeigen der ersten Bilder!

Ich freue mich schon auf die Weichen und auch die anderen Bauteile. Anhand der Fotos kann man schon jetzt sagen, daß Rolf Weinert die Erwartungen und Versprechungen erfüllt.

Gruß,
Erik

#68 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von ErikS 04.06.2012 14:31

Schwupps - eine halbe Stunde später hat sich mein Händler gemeldet. Meine bestellten Weichen sind auch schon da!

[ Editiert von ErikS am 04.06.12 14:31 ]

#69 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von Bömmel13 04.06.2012 16:05

Hallo,

die Weiche sieht ja wirklich spitze aus - danke für den Bericht! Jetzt fehlt nur noch ne DKW - dann rollen meine Breitspurzüge demnächst auch auf Weinert

Gruß Bömmel

#70 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von vfl-dan 04.06.2012 17:24

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Danke für den Bericht und die zahlreichen Bilder Lars!

Die Vorbesteller und zukünftigen Kunden werden sich freuen, die Weichen sehen sehr schön aus.


Gruß
Daniel

#71 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von henset 05.06.2012 20:56

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Ein Jammer!

Hätte dieser Rolf die Weichen nicht vor zwei Jahren auf den Markt werfen können? Dann hätte ich mir den Selbstbau gespart.

Die Details wie "Stellmimik", Trennung der Schienen und auch das coole Schotterplättchen sind schon sehr gut, vom Gesamteindruck mal ganz zu schweigen.

Danke für den Bericht,
Thomas

#72 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von jowiad 06.06.2012 14:01

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Grüß' Dich, Lars,

und herzlichen Dank für den tollen Bericht samt den aussagekräftigen Bildern. Ich kann nur sagen: das Gleis bzw. die Weiche beeindrucken mich sehr. Ich glaube, ich muß die unbedingt bei Gelegenheit im Rahmen eines neuen Moduls mal testen - das dürfte ja wohl eine sehr ansprechende Alternative zum bisher von mir genutzten RocoLine-ohne sein.

Servus und einen schönen Tag

Joachim

#73 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von lcu 06.06.2012 23:47

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Hallo allerseits,

leider komme ich aus verschiedenen Gründen nicht dazu, die Bauteile für das Gleissystem auszuprobieren und dabei ordentliche Fotos zu machen. Fotografieren dauert einfach seine Zeit …

Dafür habe ich zwei kurze Filme vorbereitet, auf denen ein RP 25- und ein Finescale-Radsatz beim Rollen über die Weiche zu sehen sind.

Hier ist zuerst der bereits im Foto gezeigte Weinert-Radsatz mit 2,6 mm breiten Rädern und niedrigen Spurkränzen nach NEM 310/RP 25 zu sehen. Er rollt anstandslos und ohne zu Ruckeln über das Herzstück. Um die seitliche Führung durch die Radlenker und Flügelschienen zu testen, habe ich die Weiche um die Längsachse gedreht, was in keiner Position zu irgendwelchen Auswirkungen geführt hat.



Der Finescale-Radsatz mit 2,2 mm breiten Radreifen und einem Radsatz-Innenmaß von 14,8 mm läuft zunächst – ohne seitliches Kippen – auch ziemlich gut über die Herzstücklücke und sinkt nur sehr wenig ein.

Wenn das Gleis seitlich gekippt wird, dann wird sichtbar, dass der Radsatz nicht hinreichend vom Radlenker geführt wird. In den letzten Sekunden des Videos habe ich die Weiche so gekippt, dass die Radscheibe am oberen Radlenker entlang streicht und im Herzstück dann fast gegen die Herzstückspitze aufläuft.



Was bedeutet das in der Praxis?

Durch die recht schmale Rillenweite von 1,1 mm am Herzstück sinkt ein Finescale-Radsatz nur in sehr geringem Maße ein, was im Betrieb wahrscheinlich kaum bemerkbar sein wird.

In Situationen, in denen eine solche Weiche mit einem Quergefälle eingebaut wird, könnte es zum Auflaufen auf die Herzstückspitze kommen, z.B. wenn im abzweigenden Gleis eine Steigung beginnt oder die Weiche insgesamt in einer Steigung liegt. Gefährdet sind dann die Vorlaufachsen von Lokomotiven oder Fahrzeuge mit langem festen Radstand.

Um aber genau dieses Auflaufen zu vermeiden, gibt es die Radlenker aus Messing. Hier können feine Streifen aus Messing so von innen angelötet werden, so dass die Rillenweite auf eine Breite von 0,9 bis 1,0 mm verengt wird. Ein gemischter Betrieb mit schmalen und breiten Radsätzen ist dann allerdings nicht mehr möglich …

Das sind jetzt alles Tests und Überlegungen am Küchentisch. Haltbare Aussagen werden sich aber erst dann machen lassen, wenn die Weichen verbaut und unter echten Betriebsbedingungen getestet wurden.

Schöne Grüße
Lars.

#74 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von H0purist 07.06.2012 06:50

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Guten Morgen Lars, Moin die Herrn,

eine vorzügliche Abhandlung zu den neuen Weichen "mein Gleis" von R. Weinert ist Dir in Wort und Bild gelungen, es zeigt alles neue und wissenswerte von und über diese neuen Weichen sehr verständlich auf.
Dafür mein herzlichen Dank an Dich!
Diese Gleise und Weichen, wenn sie erst einmal zum System ausgebaut, sind doch absolut Konkurrenzlos auf dem Markt der Serienhersteller von Gleismaterial nach deutschem Vorbild, abgesehen natürlich vom exorbitanten Kleinserien - Schwellenmaterial Ralph Steinhagens (RST) zu sehen. Etwas besseres und feineres gibt es nicht am Markt "von Fertigweichen" und wird auch in Zukunft wohl gewiß nicht entstehen.
Zumal der Preis für solch ein Produkt, gesehen und verglichen an der Konkurrenz und der vorbildlichen Wirkung sehr günstig angesiedelt und zu sehen ist.
Ein schönes und vor allen Dingen dem Vorbild (fast) entsprechendes Material mit einer Vielzahl "Extrazugaben" bestehend aus angebotenen Zurüstteilen, um diese Gleise und Weichen nochmals individuell zu verbessern!
Ganz große Klasse und ein ganz großer wohldurchdachter "Wurf" der Weinert's, dass große warten auf diese Produkte hat sich mehr als gelohnt!
Auch Deine anschaulichen und in sehr guter Qualität produzierten beiden Video, lieber Lars, zollen meinen Respekt.
Vielen Dank für diese eindrucksvolle Tat der Vorstellung von "mein Gleis" des Rolf Weinert!

[ Editiert von H0purist am 07.06.12 7:06 ]

#75 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von lcu 07.06.2012 08:38

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Hallo allerseits,

ich möchte mich für Eure aufmunternden Kommentare ausdrücklich bedanken, denn sie motivieren für die weitere Berichterstattung.

Schöne Grüße
Lars.

#76 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von H0purist 07.06.2012 09:03

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Hallo Lars,

weitere Berichterstattung, ... dass möchte ich wohl meinen!

#77 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von tuxlover 07.06.2012 09:07

Hallo,

auch von mir Dank für den umfassenden und zeitnahen Bericht. Ich freue mich schon darauf, falls du die Reihe fortsetzt.

Gruß Michael

#78 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von burgkim 07.06.2012 10:12

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Auch von mir meinen Dank für diesen ausgewogenen Test . Mir fällt nichts weiteres ein, was man noch testen könnte.

Für ein industriell hergestelltes Schienensystem dürfte hiermit wohl das vertretbare Optimum erreicht sein. Ich werde auf jeden Fall meine Module mit diesem Gleissystem ausstatten.

Alles was jetzt noch verbessert, verfeinert oder geändert werden müsste sind akademische Diskussionen fernab der Realität des "Otto-Normal-Modellbahners", die ein feineres Gleissystem haben wollen. Für alle, die noch "mehr" haben wollen, bleibt sowieso nur der absolute Selbstbau (zB. H0-pur).

Und selbstverständlich ruhig weitere Berichte - mit vielen Bildern!

Danke, und ...

#79 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von lcu 07.06.2012 23:20

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Hallo,

hier kommt ein neuer Schwung an Fotos.

Auf dem FREMO-Treffen in Bonn-Oberkassel konnte ich heute eine Tillig Elite Weiche EW 6 zum Vergleichen mit der Weinert-Weiche ausleihen.

Hier die von den Herstellern angegebenen geometrischen Daten der beiden Weichen (Länge, Abzweigradius/-winkel), die beide eine EW 190 - 1:9 nachbilden:
Weinert: 375 mm, 2180 mm/6,3 Grad
Tillig: 389 mm, 2200 mm/6,34 Grad

Im direkten Vergleich fällt sofort auf, dass die Tillig-Weiche (oben) etwas länger als die von Weinert (unten) ist. Die Schwellenlage ist, wie bereits hinreichend diskutiert, unterschiedlich: während Weinert die typischen Doppelschwellen der Reichsbahnbauart aufweist, kommt die vom Vorbild wesentlich jüngere Tillig-Weiche ohne Doppelschwellen aus.



Werden die Herzstücke auf gleiche Höhe gebracht wird gut sichtbar, dass die beiden Hersteller ihre Weichen mit unterschiedlich langen Anschlussgleisen versehen haben. Der Bogen der Reichsbahnweiche beginnt nicht an der Zungenspitze, sondern theoretisch in der Mitte der (rechten) Doppelschwelle. Weinert hat also zwei Schwellen mehr angefügt, die eigentlich schon nicht mehr zur Weiche gehören. Bei Tillig entspricht der theoretische Beginn des Bogens genau dem Anfang der Weiche.

Das Ende der Weiche ist im Falle der Reichsbahnweiche wiederum die Mitte der (linken) Doppelschwelle, die als Langschwelle unter beiden abgehenden Gleisen hindurchgeht. Ab da kann die Weiche auch vorbildgerecht eingekürzt werden. Bei Tillig ist dieser Punkt schwer zu bestimmen, insgesamt sind die abgehenden Gleise deutlich länger als bei Weinert.



War der Zungenverschluss der Tillig-Weiche bei seinem Erscheinen 2007 durch seine filigrane Profilierung für ein Großserienprodukt bereits sehr innovativ, so ist der Zungenverschluss von Weinert nochmals eine Steigerung in der Nachbildung des Originals. Der Begriff »Stellschwelle« gehört damit endgültig zum alten Eisen!

Bei beiden Weichen sind die unterschiedlich stark ausgebildeten Kleineisen im Bereich der Backenschienen zu sehen, wobei die von Weinert nochmals feiner ausgebildet sind. Die Zungen der Weichen bestehen wie bei allen Großserienprodukten aus dem normalen Gleisprofil. Wer darauf Wert legt, dass die Zungenprofile wie beim Vorbild niedriger und anders ausgebildet sind, kann sich mit Bauteilen diverser Kleinserienhersteller hier weiter austoben …



Die Herzstücke beider Weichen laufen sehr schön spitz zu. Das ist kein Vergleich zu dem, was noch vor wenigen Jahren von der Industrie geliefert wurde, um auch die gröbsten und ältesten Radsätze durch die Weichen rumpeln zu lassen. Es wird aber auch deutlich, dass die Rillenweite zwischen Herzstück und Flügelschiene bei Weinert etwas schmaler als bei Tillig ist. Wie bereits geschrieben, beträgt sie bei Weinert etwa 1,1 mm, während die Rille bei Tillig am Herzstück wie am Radlenker etwa 1,3 mm misst. Durch die schmalere Herzstücklücke ist das Überfahren mit den 2,2 mm breiten Finescale-Radsätzen bei Weinert auch besser möglich als bei Tillig.



Beide Hersteller denken an die Modellbahner und versehen die Herzstücke bereits mit Anschlüssen für die Polarisierung. Das Anlöten von Kabeln an Schienenprofile führt zu oft zum Weichwerden oder Schmelzen der Kleineisen, was im Herzstückbereich fatal ist. Tillig (rechts) setzt eine Blechlasche an, während Weinert (links) einen stabilen Draht dafür vorsieht.

Die ungefähr gleich langen Radlenker sind bei Weinert filigraner ausgebildet. Das Kunststoffprofil ist etwas dünner, und zudem sind die Schraubenköpfe an der Innenseite nachgebildet.



Bevor ich in den nächsten Tagen nochmals gesondert auf die Weinert-Radlenker als einzeln erhältliche Bauteile eingehe, sei hier schon so viel verraten, dass sie sich gut eignen, um die Tillig Weichen nachträglich damit zu verbessern. Der Fuß der Weinert-Radlenker ist um einen Hauch schmaler als bei Tillig. Daher muss man bei der Montage darauf achten, dass die Radlenker möglichst in Richtung Backenschiene gedrückt werden, denn dann bleibt die Rillenweite auch bei 1,3 mm.



Beide Weichen sind meines Erachtens hervorragende Industrieprodukte, wobei die Weinert-Weiche in Sachen Detailierung nochmals besser als die fünf Jahre ältere Tillig-Weiche ist. Welcher Weiche der Modellbahner den Vorzug geben wird, hängt aber sicher nicht nur davon ab, sondern auch vom Einsatzbereich: Tillig entspricht der Nachkriegsbauart ab Epoche III, vor allem im Bereich der DR; Weinert entspricht der Reichsbahnbauart, ab Epoche II, die später eher in Nebengleisen/-bahnen zu finden war. Und nicht zuletzt wird auch die Frage eine Rolle spielen, ob man mit einem einzigen Weichenradius auskommt, oder ob wie z.B. bei Tillig Weichen mit geringerem Radius gewünscht sind. Da Rolf Weinert mit seinem Gleissystem gerade erst begonnen hat, wird man in jedem Fall gespannt sein dürfen, wie der angekündigte weitere Ausbau ausschauen kann.

Schöne Grüße
Lars.

#80 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« von Schachtelbahner 08.06.2012 12:04

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Hallo Lars.

Danke für diesen sehr ausführlichen und informativen Bericht.

Meine Erkenntnis daraus ist, die großen 4, schlaft weiter so.

Wenn ich die Qualität des Fleischmann Modellgleis daneben stellen muß ich feststellen, dass eine solche filigranität schon in den 70gern des letzten Jahrhunderts möglich war. Nur man wollte dies nicht und hat den Markt halt verschlafen.

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