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#421 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die kurze Weiche von dr iv 28.01.2018 12:10

Hallo Lars,

hast Du ergründen können, warum die DKW nicht gleichzeitig für Code 110 und Code88 verwendet werden kann? An den Herzstücken kann es ja nicht liegen, da ja die Enden der DKW identsich mit den Enden der kurzen Weichen sein soll.

Danke und viele Grüße
Manfred

#422 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die kurze Weiche von lcu 28.01.2018 12:56

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Hallo Manfred,

ich hatte bislang immer noch keine Finescale-DKW in den Händen, so dass ich hier keinen Vergleich aus erster Hand machen konnte. Die jeweils äußeren Herzstückbereiche entsprechen denen der einfachen Weichen, so wie Du geschrieben hast. In einem meiner ersten Beiträge zur DKW hatte ich über die Maße im Bereich der Doppelherzstücke in der Mitte der DKW geschrieben (RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« (15)).

In meinen Tests mit der NEM-DKW hatte ich über die Toleranz gegenüber Finescale-Radsätzen bei Wagen geschrieben. Triebfahrzeuge mit schmalen Radsätzen besitze ich nicht, daher kann ich nicht so viel sagen, wie sich das Ganze bei mehrachsigen Lokomotiven in der Praxis verhält. Umgekehrt gab es hier im Thread einen Beitrag, der darüber berichtet hat, dass bei einem NEM-konformen Radsatzinnenmaß von 14,5 mm die Finescale-DKW betriebssicherer als die NEM-Version sei.

Es bleibt vielleicht etwas Ratlosigkeit zurück, welche Version man denn für einen Mischbetrieb von NEM/PR 25- und Finescale-Rollmaterial beschaffen soll. Meine Empfehlung lautet, dass es vom geringsten Radsatzinnenmaß der vorhandenen Fahrzeuge abhängt. Sind Radsätze mit einem Radsatzinnenmaß von 14,3 mm und etwas weniger (Hersteller produzieren so etwas heute leider immer noch) vorhanden, würde ich die NEM-Version verwenden und damit leben, dass Räder im Bereich der Doppelherzstücke evtl. etwas einsinken. Radsätze mit einem Innenmaß von 14,2 mm und weniger laufen nicht durch die DKW – sie sind ohnehin nicht normgerecht. Zu Erinnerung: die aktuelle NEM 310 sieht ein Radsatzinnenmaß von 14,4–14,6 mm vor. Das vermaßte Foto zeige ich hier nochmal zum besseren Verstehen.



Je größer das kleinste Radsatzinnenmaß bei den einzusetzenden Fahrzeugen ist, umso eher würde ich zur Finescale-Version tendieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei einem Mindestmaß der eigenen Fahrzeugsammlung von 14,5 mm die Finescale-DKW für NEM/RP 25-Fahrzeuge gut funktioniert und zugleich auch den Betrieb von Finescale-Fahrzeugen ohne Einsinken in der Lücke des Doppelherzstücks ermöglicht. Das sind jedoch nur theoretische Annahmen, da ich es mir nicht leisten mag, allein für diesen Test eine zweite DKW in der anderen Version zu beschaffen. ;)

Ich hoffe, dass ich zumindest etwas weiterhelfen konnte.

Schöne Grüße
Lars

#423 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die kurze Weiche von dr iv 28.01.2018 13:54

Hallo Lars,

vielen Dank für die Betrachtung und Einschätzung. Ich lesen zwar schon recht lange mit, aber über die lange Zeit, ist mir wohl doch einiges durch die Lappen gegangen bzw. es ist wieder in Vergessenheit geraten.

In meinem Wagenpark sind Radsätze mit NEM (was ide Hersteller so darunter verstehen) und RP25 C88 vertreten. Meine Versuche mit C88 Rdsätzen war eigentlich recht gut, wobei ich vornehmlich 4 achsige Wagen umgerüstet hatte. So wurde ich im Sommer mutig und habe einen Zug (BR110 mit 2 und 3 achsigen Rekowagen und einem Gbs (Expressgut) alle von Piko) umgerüstet. Das erste Ergebnis bei den Wagen war ernüchternd. Die Lok machte überhaupt keine Probleme.
Wohl ich ja schon vieles für die 4 Achser überprüft und korrigiert hatte, musste ich doch an einigen Stellen nochmals ran. Vornehmlich waren es Spurverengungen und Herzstückprobleme. Den Genickschusswagen habe ich Anstand beibringen können, so dass sie nun auf den Schinen bleiben. Der Gbs wollte überhaupt nicht. Ich habe ihm eine Pendelachse spendiert und nun verhält er sich ganz brav.

So nun aber zum Thema. Bei den Bauarbeiten, war mir eine zur Bogenweiche umgebaute Elite Weiche defekt gegangen. Noch geht es, aber ich möchte sie austauschen.
In einem Teil meines Schattenbahnhofs liegen auch noch Roco line Weichen. Fährt der Zug darüber, werden die Insassen seekrank. Aber es fährt. Auch bei den Elite Weichen sinken die Radsätze minimal ein. Nun wollte ich es wissen.

Ja, sie sinken nicht ein. Es ist ein wirklich schöner Lauf auf Eisenbahn Weichen. Das Strassenbahndasein mit 15km/h auf Betriebsstellen könnte nun eine Ende haben. Nun will ich 1 bis 2 Weichen mal einbauen und testen. Dann wird entschieden.
Was mir gefällt, ist der härtere Kunstoff als bei Elite, was die Weiche stabiler macht. Auch ist alles präzise gefertigt.
Was mir nicht gefällt, dass der Gitterrost doch sehr spröde ist. Eine Weiche hatte ich als Bausatz (Bogenweiche) geordert und bei ihm sind schon Stege wegebrochen. So richtig flexibel ist es also nicht. Offenbar kann man nur eins haben.

Viele Grüße
Manfred

#424 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die kurze Weiche von WalterVölklein 28.01.2018 14:14

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Hallo Manfred,

der einzige Unterschied der beiden DKWs ist ja die Verlängerung der Backenschiene in Richtung Mitte der Weiche.

Dabei verringert sich die führungslose Lücke, der Hauptgrund für die H0fine Variante!

Nebeneffekt ist dann die kleinere Rillenweite, welche wiederum ein größeres Radsatzinnenmaß bedingt.
Die Toleranzen sind sehr klein, so daß Radsätze die innerhalb der NEM-Norm liegen klemmen und aufsteigen dürften.

#425 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die kurze Weiche von Atchison 28.01.2018 15:39

Hallo Leute,

noch einer der altbekannte Spruch wiederholt: "Wer mit den großen Hunden pinkeln gehen möchte, der sollte das Bein hoch genug bekommen."

Übersetzt auf Modellbahnverhältnisse heißt das mit großen Hunden pinkeln gehen:
- Hier die Weinert DKW in Fine-Ausführung einsetzen.

Das Bein hoch genug bekommen:
- Es befinden sich keine Fahrzeuge im Bestand welche ein Radsatzinnenmaß von unter 14,5mm aufweisen.
- Es befinden sich ebenfalls keine Fahrzeuge mit Fleischmann Radsätzen mehr im Bestand.
- Die Höhe der Spurkränze sollte sich am untersten Abmaß orientieren, hier 0,6mm.
- Fahrzeuge mit längerem festen Radstand sollten eine Allradauflage (Federung, 3-Punkt etc.) aufweisen.

Wenn man das Bein noch höher bekommen möchte, hier Mischbetrieb von Code110 und Code88 Rädern:
- Die Radsätze mit Code110 Rädern sollten alle durchgehend auf das obere Grenzmaß von 14,6mm eingestellt werden.
- Die Radsätze mit Code88 Rädern sollten alle auf ihr unteres Grenzmaß eingestellt werden, hier 14,8mm.
- es bleibt eine Differenz von 0,2mm, welche die DKW aber toleriert.
- Die scharfe Kante am Übergang zwischen Radlauffläche und äusserer Radseite ist zu brechen. (dieser Hinweis fehlt in der NEM)


Das weiteren, wie schon erwähnt, Fleischmann Radsätze sind auszumustern und durch normgerechte Radsätze von den einschlägigen Anbietern zu ersetzen. Der Grund ist ein bei Fleischmann weit von der Norm abweichendes Radreifenprofil. Im Grunde sind diese GFN Räder an der Wurzel des Spurkranzes zu dick. Dadurch lassen sie sich auch nach Korrektur des Radsatzinnenmaßes nicht auf Normabmessungen bringen. Wagenradsätze lassen sich einfach austauschen. Aber insbesondere bei Dampfloks ist das bitter, da hier entweder eine Bearbeitung mit der Drehbank oder ebenfalls ein Austausch stattfinden muß, um GFN Loks auf Norm zu bringen.

Ebenfalls noch einmal wiederholt:
Ein Mischbetrieb von "Werksnorm-Pseudo-NEM" Radsätzen und Radsätzen mit Code88 Profilen ist nicht möglich.


So klappt das.

mfG

Ludwig

#426 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die kurze Weiche von ErikS 01.02.2018 12:02

Als Neuheit für das Jahr 2018 hat Weinert nun das Stahlschwellengleis angekündigt. Es kommt ein Flexgleis und dazu Doppelschwelllen und die Schwellen mit Aussparung für Schienenverbinder.

#427 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von lcu 19.02.2018 20:49

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Hallo allerseits,

am vergangenen Wochenende hatte ich die Gelegenheit, von einem FREMO-Kollegen eine DKW in RP25fine-Ausführung (74642) zum Testen zu bekommen, so dass ich endlich mal beide Versionen im Vergleich ausprobieren und zeigen kann. Auf den ersten Blick ist die Finescale-Version (oben) von der NEM-Version kaum zu unterscheiden.



Tatsächlich sind die äußeren Herzstücke auch identisch, lediglich im Bereich der inneren Doppelherzstücke gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied. Hier ist zuerst die Finescale-DKW zu sehen, bei der ich die Aufmerksamkeit auf die in der Bildmitte und unten zu sehenden Spitzen lenken möchte. Man kann gut erkennen, dass durch das saubere Beschleifen der Schienenspitze Lauffläche und Fuß der Schiene etwa übereinander fluchten, während der Steg des Profils in der Kontur etwas zurückspringt.



Bei der NEM-Version kann man auf dem folgenden Bild gut erkennen, dass der Schienenfuß an derselben Position wie bei der Finescale-Version liegt, also gerade noch von den Schienenklammern festgehalten wird. Der Schienenkopf mit der Lauffläche liegt jedoch deutlich weiter zurück als bei der Finescale-Version.



Bei der NEM-Version der DKW ist also der Schienenkopf auf dem vom Radlenker abgewandten Seite etwas weiter zurückgeschliffen, um eine breitere Rille zu erhalten. Dadurch, dass das bei der Finesvale-Version nicht gemacht wurde, ergibt sich eine Rillenweite am Doppelherzstück von etwa 1,1 mm – im Unterschied von 1,2 mm in der NEM-Version. In allen übrigen Details sind die beiden DKW-Versionen völlig identisch!

Ich habe die Herzstückspitzen nochmals aus einem spitzeren Winkel fotografiert. Wieder ist zuerst die Finescale- und dann die NEM-Version zu sehen. Durch die breitere Rille liegt die Spitze der NEM-Version weiter von der Weichenmitte entfernt.





Gerade weil immer wieder zu einem möglichen »Mischbetrieb« von NEM/RP25- und Finescale-Fahrzeugen gefragt wird, habe ich noch eine Reihe von unterschiedlichen Radsätzen über die Finescale-DKW fahren lassen. Vorausschicken möchte ich wieder den Hinweis, dass nach der aktuellen NEM 310 als Radsatzinnenmaß für H0-Regelspur 14,4 bis 14,6 mm angegeben sind. Zur Erinnerung möchte ich auch noch auf das vermaßte Foto der NEM-DKW im Beitrag #285 verweisen (RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« (15)). Durch die kleinere Rille im Doppelherzstück, die nun etwa 1,1 mm statt der 1,2 mm beträgt, muss sich auch das Radsatzinnenmaß vergrößern, um nicht zwischen Herzstückspitze und dem mittlerem Radlenker auf der gegenüberliegenden Seite zu klemmen. Das Maß war dort mit 14,2 mm angegeben, folglich vergrößert es sich auf 14,4 mm bei der Finescale-DKW.

Leider beharren die Modellbahnhersteller bis heute bei einem Radsatzinnenmaß von 14,3 mm oder noch weniger. Mir ist bis dato noch kein Wagen mit einem serienmäßigen Radsatzinnenmaß vorgekommen, der die Toleranzen der NEM 310 nach oben hin ausreizt, so dass hier also der Knackpunkt für einen möglichen Mischbetrieb liegt.

Hier ist zuerst ein Radsatz des Omm33 von Roco zu sehen. Es handelt sich um ein neues Modell, das 2017 erstmals auf den Markt kam. Leider beträgt hier das Radsatzinnenmaß nichtmal 14,3 mm, so dass dieser Radsatz auf die Herzstückspitze aufläuft und aufklettert.



Dasselbe Bild ergibt sich jedoch auch beim RP25-Radsatz von Luck, der genau auf 14,3 mm Radsatzinnenmaß eingestellt ist.



Der Radsatz des ebenfalls recht neuen Pwg 14 von Brawa weist immerhin ein Radsatzinnenmaß von 14,4 mm auf und läuft damit gerade so durch das Herzstück durch. Es ist aber ein leichter Widerstand beim Anlaufen gegen die Schienenflanken zu spüren.



Ein RP25-Radsatz von Weinert zeigt ein ähnliches Bild, denn auch hier beträgt das Radsatzinnenmaß 14,4 mm.



Und wie zu erwarten läuft der Finescale-Radsatz von Luck völlig problemlos über das Herzstück, hier klemmt bei einem Radsatzinnenmaß von 14,6 mm natürlich nichts. Mein persönlicher Eindruck ist, dass das Überfahren des Doppelherzstücks sogar weicher ist als bei den äußeren einfachen Herzstücken.



Für mich persönlich ergibt sich damit folgendes Fazit: Erst mit einem Radsatzinnenmaß von 14,5 mm und mehr sollte es in der Praxis zu einem »hemmungslosen« Durchlaufen der Doppelherzstücke kommen. Für NEM/RP25-Radsätze sollte dann also das Radsatzinnenmaß für alle (!) Fahrzeuge, die die DKW durchfahren sollen, auf 14,5 bis 14,6 mm eingestellt sein. Wenn man das nicht garantieren kann oder mag, dann ist die NEM/RP25-Version der DKW die einzige Möglichkeit, um Mischbetrieb mit RP25- und den schmaleren Finescale-Radsätzen zu ermöglichen. Zu den möglichen Einschränkungen für Finescale-Radsätze auf der NEM-DKW hatte ich in den vorangegangenen Beiträgen schon genügend geschrieben.

Schöne Grüße
Lars

PS: Ich freue mich natürlich riesig darüber, dass von Weinert jetzt auch noch das Stahlschwellengleis mit den zugehörigen Doppelschwellen kommt. :)

#428 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von WalterVölklein 19.02.2018 21:09

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Hallo Lars,

danke für die aufschlußreichen Bilder und die verständliche Erklärung!

Hätte es nicht besser machen können. Ja, das Radsatzinnenmaß der Hersteller.......
Und ebenso vermisse ich (bis auf einige löbliche Ausnahmen) die Dreipunktlagerung der Fahrzeuge.

#429 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von Atchison 20.02.2018 11:55

Hallo Lars,

danke für den ausführlichen Bericht. Das deckt sich auch mit meinen eigenen Erfahrungen.
Die deutsche Modellbahnindustrie hatte ja über 30 Jahre Zeit gehabt den Übergang von 14,3mm auf 14,4mm als Mindestmaß zu machen. Vergleiche NEM310 Ausgabe 1977 mit NEM310 Ausgabe 2009. Anno 1977 waren 14,4mm das Mittelmaß und hätte sich die Industrie an die 14,4mm gehalten, dann würde es Heute keine Probleme geben.

Heute haben wir 2018 und trotzen immer noch dem Chaos der Werksnormen aus Mittelerde.

mfG

Ludwig

#430 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von Ermel 20.02.2018 12:50

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Das sind gute Nachrichten, vielen Dank Lars! Ich hatte bei der Ankündigng der verschiedenen DKW für NEM und Finescale die Befürchtung, daß hier die große H0RE-Gruppe des Fremo in zwei Lager gespalten werde -- Code 88 und Finescale-DKW, Code 110 und NEM-DKW. Beruhigend, daß beides auch über die DKW des jeweils anderen Systems zu bringen ist.

Für meinen Fremo-Fuhrpark (Code 110) leite ich die Hausaufgabe ab, alle Innenmaße auf 14,5 mm (also die Mitte des NEM-Intervalls) zu kurbeln, und hoffe, daß das auf "Museumsweichen" älterer Betriebsstellen keinen Ärger macht. Eigentlich rechne ich aber nicht damit -- die NEM ist ja auf meiner Seite :-), so daß ich dann der Zukunft entspannt entgegenblicken kann.

Danke nochmal und liebe Grüße, Ermel.

#431 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von Fuelli 20.02.2018 18:27

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Hallo Lars,

vielen Dank für Deinen umfassenden Bericht über das Weinert Gleis im allgemeinen und die DKW im speziellen. Eine Frage: Die Weichenzungenpaare werden wenn ich das richtig sehe je über eine Stellschwelle geführt. Wie sieht es mit dem gleichmäßigen Anliegen der Weichenzungen aus? Bei den Tillig DKW soll das ein Problem gewesen sein welches man durch trennen der Stellschwellen und entsprechender mechanischer Kopplung überwinden konnte.

#432 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von lcu 20.02.2018 18:59

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Hallo Frank,

die Verbindung der Zugenenden mit der Zungenstange/dem Zungenverschluss ist bei Weinert sehr präzise und spielfrei ausgeführt. Sie unterscheidet sich damit grundsätzlich von der »wackeligen« Befestigung bei Tillig. Ein Foto einer DKW-Zungenstange habe ich im Beitrag #272 (RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« (14)) gezeigt. Darauf kann man gut erkennen, wie die Verbindung der Stange über je einen Zapfen und einen Haken mit jedem Schienenfuß erfolgen. Die Teile sind aus Messing, und daher ist m.E. auch dauerhaft eine präzise Verbindung gewährleistet, die eine exakte Bewegung beider Zungenpaare ermöglichen sollte.

Schöne Grüße
Lars

#433 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von outatime 20.02.2018 19:57

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Hallo zusammen,

die Untersuchungen zur DKW sind auch für mich sehr aufschlussreich. Ich habe aus Kompatibilitätsgründen auch zunächst die NEM-Version der DKW gekauft.
Dann werde ich wohl auch bald mal alle Radsätze auf 14,5 mm einstellen, das wird eine Arbeit. Aber gut zu hören, dass es dann funktionieren sollte.

Auch ich freue mich sehr über das Stahlschwellengleis, denn ich könnte das für Reichelsheim sehr gut gebrauchen. Allerdings zögere ich jetzt etwas, dort weiterzubauen, denn Stahlschwellenweichen wären auch etwas sehr schönes und ich würde dem Vorbild noch näher kommen.
Vielleicht bastle ich mal testweise die beiden Enden der Stahlschwellen an einen Weinert Weichenrost dran und schräge die Schwellen zwischen dem Gleis etwas ab. Mal sehen ob das dann ungefähr nach Stahlschwellenweiche aussieht. Zumindest die Farbgebung sollte dann den Rest kaschieren, auch wenn die Schwellenlage nicht wirklich stimmt.

Viele Grüße,
Björn

#434 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von lcu 20.02.2018 20:40

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Hallo Björn,

wenn Du die NEM-DKW hast, brauchst Du die Radsätze nicht auf 14,5 mm aufweiten. Mit der NEM-Version funktionieren Radsätze mit einem Radsatzinnenmaß ab 14,3 mm und mehr. Nur die Finescale-DKW benötigt ein Radsatzinnenmaß von mindestens 14,5 mm.

Schöne Grüße
Lars

#435 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von dr iv 05.03.2018 11:01

Hallo,

gibt es eigentlich eine Verbindungsmöglichkeit zwischen Code 75 und Code 83 (also zwischen Weinert MG und Tillig)? Hat da eine nicht so bastelintensive Möglichkeit gefunden?

Viele Grüße
Manfred

#436 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von elbmarschbahn 05.03.2018 12:15

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Dafür gibt es u.a. von Roco Übergangs-Schienenverbinder :

https://www.roco.cc/de/product/22695-0-0...3/products.html

#437 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Die DKW 49–190–1:6,6 (IV) von dr iv 05.03.2018 21:06

Hallo jörg,

die habe ich noch aus meinem ersten Modellbahnerleben hier liegen. Sie überbrücken 0,4mm und somit habe ich die Stufe in die andere Richtng. Außerdem sind die Schienenfüße bei Tillig und Weinert MG schlanker und alles ist sehr schön schlapperig.
Also nicht wirklich zu empfehlen.

Viele Grüße
Manfred

#438 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Das Stahlschwellengleis (I) von lcu 16.04.2018 23:00

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Hallo allerseits,

kaum zwei Monate ist die Spielwarenmesse her, auf der Rolf Weinert das Gleis mit Stahlschwellen als Neuheit 2018 angekündigt hat, und schon ist es ausgeliefert worden. Da ich aus familiären Gründen derzeit nur sehr schleppend mit dem Modul mit der Bogenweiche vorankomme, möchte ich hier zunächst meinen ersten Eindruck des Stahlschwellengleises beschreiben.

Ich hatte mich sehr über die angekündigte Erweiterung des Gleisprogramms um Stahlschwellen mit Oberbau K gefreut. Diese sind seit den 1920er-Jahren im Einsatz und auch heute noch in Nebengleisen zu finden. Bis in den 2. Weltkrieg hinein lag ihr Anteil sogar bei bis zu 40%, doch der Stahlbedarf der Rüstungsindustrie und die Entwicklung maschineller Gleisverlegung nach dem Krieg verdrängten die Stahlschwellen mehr und mehr aus den Hauptgleisen. Durch ihre Bauform als Trogschwelle mit nach unten gebogenen Enden besaßen die Stahlschwellen einen hohen Widerstand gegen Querverschiebung, dafür mussten die Schwellen relativ mühsam per Hand unterstopft werden. Das kümmert uns im Modell nicht so sehr, stattdessen können wir uns über eine gelungene Erweiterung der Schwellenformen freuen.

Ich konnte heute das Flexgleis (Nr. 74002), die Stahldoppelschwellen (10 Stück, Nr. 74026) sowie die Stahlschwellen mit Aussparungen für Schienenverbinder (8 Stück, Nr. 74027) in Empfang nehmen. Darüber hinaus gibt es noch Stahlschwellenroste in einer Packung mit 40 Stück (Nr. 74028); die einzelnen Roste bestehen jeweils aus 20 Schwellen.



Der Schwellenrost ist wie gewohnt ausgezeichnet detailliert und rostbraun durchgefärbt. Die typischen, nach unten gebogenen Enden der Schwellen sind gut dargestellt, ebenso wie alle Knicke der Oberseite. Vom Oberbau selbst sind nur Klemmplatten und Hakenschrauben zu sehen, damit unterscheidet sich die Befestigung auf Stahlschwellen auch im Modell augenscheinlich von der auf Holz- und Betonschwellen. Auf der Innenseite wurde Weinert-üblich auf die vollständige Nachbildung der KJeineisen verzichtet, um einen Betrieb mit hohen Spurkränzen zu ermöglichen. Als Schienenprofil ist das bekannte 1,9 mm hohe Code 75-Profil eingefädelt. Die Höhe der Schwellen ist passend zu den bestehenden Schwellen gewählt, ihre Unterseite ist übrigens flach und nicht hohl. ;)

Das Gleis ist ähnlich flexibel wie das mit Betonschwellen. Insgesamt lassen sich die Schienenprofile etwas leichter in den Kleineisen bewegen als beim Holzschwellenrost. Dadurch richten sich die Schwellen immer sehr gleichmäßig und rechtwinklig zum Schienenprofil aus; Schräg- oder V-Stellungen der Schwellen lassen sich dadurch leicht vermeiden.



Das Schwellenpaar mit Aussparungen ist ebenfalls schon von den anderen Schwellenformen bekannt. Es lässt die unauffällige Verbindung von Schienen mit den gegossenen Schienenverbindern von Weinert zu. Dahinter ist die Doppelschwelle zu sehen – formal korrekt trägt sie bei Stahlschwellen die Bezeichnung »Breitschwelle«, denn sie besteht im Gegensatz zu Holzschwellen aus einem einzigen Stück.



Hier habe ich die Breitschwelle einmal ins Gleis eingefädelt Dabei sieht man gut, dass die Breitschwelle länger ist als die einfachen Schwellen. Dieses Detail hat Rolf Weinert korrekt wiedergegeben, denn während die sog. Mittelschwellen eine Länge von 2500 mm aufweisen, ist die Breitschwelle 2600 mm lang. Im Modell ist dieser Unterschied maßstäblich korrekt mit 28,8 mm für die Mittelschwelle und 29,8 mm für die Breitschwelle nachgebildet. Wer mehr zu Reichsbahnoberbau K auf Stahlschwellen wissen möchte, dem sei diese Seite von Rüdiger Bäckers Modellbahn-Online empfohlen: http://www.modellbahn-online.de/index.ph...ionenzustahlsch



Zum Abschluss möchte ich ein Bild mit dem kompletten Schwellenprogramm zeigen. Während der Schwellenabstand gleich ist, sind die Holzschwellen mit 2600 mm im Vorbild länger als die Stahl- und Betonschwellen mit jeweils 2500 mm Länge. Die jeweiligen Eigenarten hinsichtlich Materialoberfläche und Schienenbefestigung sind differenziert dargestellt und für den Betrachter gut erkennbar. Natürlich tragen dazu auch die unterschiedlichen Färbungen der Schwellen bei. Auch wenn die rostrote Grundfarbe für die Stahlschwellen schon gut passt, so ist genauso wie bei den Holz- und Betonschwellen eine nachträgliche Einfärbung das Pünktchen auf dem i. Ich werde das ausprobieren und melde mich dann wie gewohnt mit den Ergebnissen.



Schöne Grüße
Lars

#439 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Das Stahlschwellengleis (I) von 62er 18.04.2018 20:50

Hallo Lars,

vielen Dank für deinen wieder sehr umfangreichen und detaillierten Bericht zu den Stahlschwellen. Müsste Rolf Weinert nur noch zu der Erkenntnis gelangen, dass seinem Gleissystem passende Stahlschwellenweichen, Doppelweichen und Doppelkreuzweichen fehlen. *träum*

Gruß Jan

#440 RE: Weinert Modellbau »mein Gleis« – Das Stahlschwellengleis (I) von Detlev Hagemann 19.04.2018 16:13

Hallo Jan, die Erkenntnis hat Rolf Weinert sicherlich.

Aber zwischen „andere und selber haben wollen“, „selber machen müssen“, „selber investieren“ und „selber gewinnbringend verkaufen“ gibt es schon jede Menge Diskrepanzen … ;-)

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